Paderborner Radverkehr unter der Lupe

Verfahren zur Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt Paderborn gestartet

© Stadt PaderbronRadfahren in Paderborn, Lea Giesen, Paderborn, Riemekestraße

Wie man die Qualität des Radverkehrs in Paderborn verbessern kann, überprüft die Stadt Paderborn zurzeit mit Hilfe eines BYPAD (Bicycle-Policy-Audit)- Verfahrens. Hinter dem BYPAD-Verfahren verbirgt sich eine europaweit angewandte Methode für das Qualitätsmanagement der lokalen Radverkehrsförderung. Besonders an dem Verfahren ist, dass alle Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Interessenverbänden an einen Tisch geholt werden, um gemeinsam einen Weg für eine verbesserte Radverkehrsförderung zu finden.

25 Personen aus Politik, Verwaltung, ADFC und ProGrün sowie Vertreter des Einzelhandels und des ÖPNV trafen sich auf Einladung der Stadtverwaltung jetzt erstmalig, um die derzeitige Situation für Radfahrer in Paderborn zu bewerten. Vorab mussten alle Mitglieder der BYPAD-Gruppe einen umfangreichen Fragenkatalog zum Thema Radverkehr in Paderborn beantworten. Die Ergebnisse wurden innerhalb des ersten Treffens von der begleitenden BYPAD-Auditorin, Heike Prahlow von der Planungsgemeinschaft Verkehr (PGV) aus Hannover, vorgestellt, erläutert und bewertet. Von einigen Arbeitskreisteilnehmerinnen und -teilnehmern wurde auch das gute Kommunikationsnetzwerk positiv bewertet. Dies schafft eine gute Grundlage für eine optimierte Radverkehrsförderung.

Trotz teilweise sehr unterschiedlicher Standpunkte der Gruppenmitglieder, wurde innerhalb dieses vier Stunden andauernden ersten Treffens klar, dass man zusammen etwas für den Radverkehr in Paderborn tun möchte. Wichtig ist den meisten Beteiligten dabei jedoch darauf zu achten, dass alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt betrachtet werden. Die Belange aller müssen berücksichtigt werden, damit ein gutes Miteinander sichergestellt ist.

Nachdem innerhalb des ersten Gruppentreffens die aktuelle Situation der Radverkehrsförderung in Paderborn genau beleuchtet und alle Fragen der Gruppenmitglieder besprochen wurden, wird es in der zweiten Gruppensitzung im September darum gehen, wie der Radverkehr in Paderborn weiter entwickelt werden kann. Ziel des zweiten Treffens wird sein, gemeinsam konkrete Ziele und Handlungsfelder für den Radverkehr in Paderborn festzulegen und Maßnahmen zu entwickeln, um diese Ziele zu erreichen.

Das BYPAD-Verfahren endet mit einem ausführlichen Endbericht samt Qualitätsplan, der zunächst dem Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt vorgestellt wird. Nach Beschlussfassung in diesem Ausschuss definiert er die Ziele der städtischen Radverkehrsförderung für die nächsten Jahre.

Viele deutsche Städte, wie Rostock, Leipzig, Unna, Münster, Köln und Bünde haben in den letzten Jahren bereits erfolgreich das BYPAD-Verfahren durchgeführt und konnten die Radverkehrsförderung deutlich verbessern. Aber auch europäische Städte wie Basel, Salzburg, Lausanne, Liverpool und Dublin haben das BYPAD Verfahren bereits angewendet.