Ein wunderbares Geschenk

Bund fördert die Umsetzung des Entwicklungskonzeptes „Flusslandschaft Pader“ mit 2,2 Millionen Euro

© Stadt PaderbornFlusslandschaft-Pader-Förderzus

Große Freude bei der Stadt Paderborn: Im Rahmen des Programms „Nationale Projekte des Städtebaus 2015“ erhält die Stadt eine Förderung vom Bundesbauministerium in Höhe von 2,2 Millionen Euro. Damit sollen Teile des Entwicklungskonzeptes "Flusslandschaft Pader" umgesetzt werden. Paderborn gehört damit zu den 46 Premiumprojekten, die aus den 164 eingereichten Anträgen vom Ministerium bundesweit ausgewählt wurden.

Die Pader, mit etwa vier Kilometern Deutschlands kürzester Fluss, ist nicht nur Namensgeber für die ostwestfälische Großstadt, sondern auch ein einzigartiges Naturphänomen. Mehr als 200 Paderquellen entspringen im Herzen der Stadt und das mit einer solchen Kraft, dass schon wenige Meter danach Mühlen angetrieben werden konnten. Das Projekt möchte die zahlreichen Paderquellen und –arme als Alleinstellungsmerkmal für die Stadt noch mehr ins Bewusstsein bringen. Mit der multifunktionalen Entwicklung der innerstädtischen Paderbereiche sollen Flächen von hoher ökologischer, sozialer und denkmalpflegerischer Qualität entstehen.

"Die Förderzusage ist ein wunderbares Geschenk für die Weiterentwicklung Paderborn", so Bürgermeister Michael Dreier, der gemeinsam mit der Technischen Beigeordneten Claudia Warnecke und Dr. Frank Becker, Leiter des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen, Einzelheiten dazu vorstellte. Es sei die Vielfalt, die die Flusslandschaft Pader so einzigartig und interessant mache, betonte Claudia Warnecke, die für die Umsetzung der jetzt geförderten Maßnahmen (3,3 Millionen Euro insgesamt) den Zeitraum von 2016 bis 2019 nannte.

Mit dem im Jahr 2013 und 2014 erarbeiteten Konzept „Flusslandschaft Pader“ liegt nunmehr erstmalig ein Gesamtentwicklungskonzept vor. Defizite wie fehlende Wahrnehmbarkeit, Unzugänglichkeit der Quellen und Wasserläufe, lückenhafte Wegevernetzung und Orientierbarkeit sowie mangelnde ökologische Durchgängigkeit sollen behoben werden. Mit dem Blick auf die national einzigartige Naturressource ist das Ziel, die Flusslandschaft Pader als touristische, kulturelle, stadthistorische und ökologische Leitlinie von der Innenstadt in die Landschaft zu erhalten und entwickeln.

Ein wesentlicher Fokus liegt auf der Erhaltung und Weiterentwicklung der Wasserelemente sowie auf den vielfältigen Nutzungen des Wassers (Mühlen, Kühlung, Baden, Kanufahren, etc.) und den, im Kontrast dazu, naturnahen Quellen und Ufersituationen mit typischer Vegetationsausprägung. Das jetzt geförderte Projekt gliedert sich in drei Bereiche: Den Inselspitzenweg, das "Eingangstor der Stadt" am Maspernplatz und den sogenannten Paderhallengarten.

Einer der markantesten Punkte der Flusslandschaft ist der Zusammenfluss der vier Paderarme an den Inselspitzen. Dieser soll zum Aussichtspunkt mit Sicht in die Paderarme und auf die Stümpelsche Mühle gestaltet werden. Attraktiver gestaltet werden soll auch der Übergang vom Maspernplatz zur Innenstadt. Vorgesehen ist auch ein "Paderhallengarten". Dabei soll unter anderem ein bislang unbeachteter Paderarm, der südlich die Paderhalle flankierend in die Dielenpader mündet, in Szene gesetzt werden. Außerdem sollen Relikte, wie der Gewölbekeller und Gartenmauer des ehemaligen Haxthausenhofes integriert werden.

Für das Projekt wurde ein öffentlich tagendes Projektteam, bestehend aus interessierten Anliegern und Bürgern, Interessengruppen, der Stadtverwaltung und beauftragtem Büro, gebildet. Nach einer Startbegehung des Plangebiets und einer umfangreichen Ideensammlung, begleitete das Team die Konzeptentwicklung mit Vorschlägen, Anregungen und Bedenken. Es wurde ebenfalls eine Internetplattform erstellt, die Zugang zu Informationen und Ergebnisse bot. Im Laufe des Prozesses befassten und beteiligten sich ca. 200 Personen mit und an dem Entwicklungskonzept. Zur Erstellung des Konzeptes wurde ein interdisziplinäres Team aus Landschaftsarchitekten, Stadtplanern, Verkehrsplanern, Ingenieurbauern, Wasserökologen und Denkmalpflegern beauftragt.