Im Stadtarchiv findet zusammen, was zusammen gehört
Stadtarchiv Paderborn übernimmt drei Fotoalben aus der Frühzeit der PESAG
Die Geschichte der Paderborner Elektrizitäts- und Straßenbahn Aktiengesellschaft, kurz PESAG, wird immer wieder zu einem Thema des historischen Interesses. Etwa zu Jubiläen des 1909 gegründeten Stromerzeugers oder weil die Zeit reif ist für neue Bildbände, wie die beiden jüngsten zur Straßenbahngeschichte des Paderborner Landes aus dem Jahr 2012 eindrucksvoll zeigen.
Aus der Frühzeit der PESAG befindet sich bereits seit langen Jahren ein Fotoalbum im Stadtarchiv Paderborn, das den Bau des Kohlekraftwerkes am Tegelweg im Gründungsjahr dokumentiert, das schlicht mit „PESAG 1909/10“ beschriftet ist. Es stammt aus einer Verwaltungsakte des Paderborner Magistrats mit dem Titel „Elektrizitätswerk, Verschiedenes betreffend, 1909-1923“ (Stadtarchiv Paderborn, A3390). Dieses im Einzelnen leider nicht beschriftete, gleichwohl beeindruckende Album hat nun gute Gesellschaft bekommen, das nicht nur die Stromerzeugung und –versorgung des Paderborner Landes im Bild zeigt, sondern auch beispielsweise die Ausweitung des Straßenbahnnetzes von Paderborn bis ins Lippische in den Blick nimmt. Dr. Robert Haas, Rheinland, hat die Alben aus der Familie des früheren PESAG-Direktors Rudolf Vogel, mit dem er selbst weitläufig verwandt ist, bekommen und sie zur gesicherten Überlieferung dem Stadtarchiv Paderborn überlassen. Rudolf Vogel hat sich nicht nur bei der PESAG, deren Direktor er von 1921 bis 1928 war, Lorbeeren verdient, sondern kam später auch als Direktor der RWE zu hohen Ehren.
Das erste Album zeigt einen Querschnitt aus dem Arbeitsleben Rudolf Vogels. Es enthält Fotos aus den Jahren 1908 bis 1930 vom Bau verschiedener Straßenbahnstrecken im Rheinland und in Paderborn, vom Bau der Straßenbahn-Wagenhalle am Tegelweg, Straßenbahnfotos natürlich, vom Wohnungsbau der PESAG oder von der Elektrifizierung des Paderborner Landes, die im Stadtarchiv absolute Seltenheit besitzen, nun sicher überliefert werden und allgemein zugänglich sind. Die beiden weiteren Alben dokumentieren den Bau der Straßenbahnstrecke von Bad Meinberg nach Blomberg im Jahr 1926 vom Beginn der Gleisarbeiten bis zur Einweihung der Strecke in Blomberg und geben unter anderem einen Eindruck davon, unter welch harten Bedingungen und Einsatzes erheblicher Handarbeit solche technischen Großprojekte realisiert worden sind.
Die Sammlung der Fotoalben im Stadtarchiv vom privaten Familienalbum über Firmengeschichten, Stadtansichten oder Erinnerungen an Kriegszeiten umfasst mittlerweile 115 Stücke und wartet geduldig auf weiteren Zuwachs, der durchaus nicht immer so spektakulär sein muss, aber nach Möglichkeit beschriftet.