Busse in der Innenstadt

Gutachter präsentiert Bürgern Untersuchungsergebnisse

© Stadt PaderbornInformationsveranstaltung "Busse in der Innenstadt", Sebastian Welter, Historisches Rathaus, Paderborn

Die Busse sollten weiterhin durch die Paderborner Innenstadt fahren, so lautet das Fazit des Gutachters, Mathias Schmechtig vom Planungsbüro Mathias Schmechtig NahverkehrsConsult aus Kassel, das er gestern vor 80 interessierten Bürgern im Historischen Rathaus von Paderborn vortrug. Nach Begrüßungsworten von Bürgermeister Michael Dreier und einer kurzen thematischen Einführung der Technischen Beigeordneten Claudia Warnecke, stellte er die Ergebnisse seiner Untersuchung und der zu diesem Thema gebildeten Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern aus Politik, Verwaltung und Padersprinter, vor. Untersucht und in der, im Rahmen der Ratssitzung vom 17. Dezember 2013 gebildeten, Arbeitsgruppe diskutiert, wurden drei Alternativen zur bestehenden Linienführung der Busse durch die Innenstadt. Unter Berücksichtigung von Kriterien der Wirtschaftlichkeit, Mobilität, Infrastruktur und des Städtebaus bleibt die aktuelle Linienführung die Beste.

Die überwiegend mit Ratsmitgliedern aller Fraktionen besetzte Arbeitsgruppe verglich in mehreren Sitzungen die drei alternativen Linienführungen sowie die aktuelle miteinander. Dabei wurden die Auswirkungen der Varianten auf die Fahrgastnachfrage, die zu erbringende Mehrleistung des Padersprinters, die Attraktivität des Gesamtnetzes, die Folgen für den motorisierten Individualverkehr sowie die erforderlichen infrastrukturellen Anpassungsmaßnahmen gegenüber gestellt. Allein die Kosten für infrastrukturelle Maßnahmen liegen bei allen drei Alternativen bei 1,1 Millionen Euro. So müsste zum Beispiel die Haltestelle am Le-Mans-Wall zur Doppelhaltestelle ausgebaut und einige Streckenabschnitte durch Einrichtung einer Busspur an den verstärkten Busbetrieb angepasst werden. Durch zusätzliche Busse an den Knotenpunkten Westerntor und Liboriberg würde es zu vermehrten Staus im Autoverkehr kommen, so dass mit einer Verlagerung des Verkehrs in die Wohngebiete der Südstadt zu rechnen wäre. Auch die Nachfrage nach Parkplätzen in der Innenstadt würde mit einer Verlagerung der Busse steigen, da vermutlich einige Busnutzer aufgrund längerer Wege von der Bushaltestelle in die Innenstadt auf das Auto umsteigen würden. Diese längeren Fußwege könnten auch dazu führen, dass die Attraktivität des Wochenmarktes sowie von Geschäften und Institutionen mit einem großen Anteil Laufkundschaft sinken würde. Alle aufgezeigten Varianten weisen somit erhebliche Nachteile gegenüber der derzeitigen Linienführung auf.

Die am Mittwochabend anwesenden Bürger nutzten die Gelegenheit zu zahlreichen, auch kontroversen, Nachfragen an den Gutachter und die Technische Beigeordnete. Die Empfehlung für den ausgewogenen Kompromiss und die Beibehaltung der Busse in der Innenstadt, kam überwiegend gut an.

Die Empfehlung des Gutachters und der Arbeitsgruppe werden nun an den Rat weitergegeben und in der nächsten Sitzung des Rates am 25. Juni beraten.