„Das Junge Ensemble“ des Kulturamts spielt
„Krieg auf Probe“ eine Tragikomödie
Mit der Tragikomödie „Krieg auf Probe“ tastet sich „Das Junge Ensemble“ des Kulturamts 70 Jahre nach der Bombardierung und Zerstörung Paderborns auf seine eigene skurrile Weise an die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges in Paderborn heran.
Die Premiere findet am Freitag, 20. März um 19.30 Uhr in der Städtischen Galerie am Abdinghof statt. Weitere Aufführungen sind für Sonntag, 22. März, Donnerstag, 26. März und Samstag, 28. März jeweils um 19.30 Uhr angesetzt.
14 Jugendliche im Alter von 13 bis 21 Jahren haben das Stück unter Leitung der Theaterregisseurin Ann-Britta Dohle entwickelt. Mit satirischer Leichtigkeit beginnt es in der heutigen Zeit und führt über ein Spiel im Spiel zu einem erschreckend zeitlosen Kriegsschauplatz in einen schwelenden Zustand von Angst und Gewalt, Liebe und Hoffnung, Schuld und Sterben.
Zum Inhalt:
Ein Theater lädt zum Vorsprechen ein. Noch wissen die jungen Schauspieler nicht, in welchem Stück sie mitspielen sollen. Das Stück ist ihnen auch egal, ihre Welt dreht sich ohnehin nur um sie selbst. Erst nach und nach wird klar, worum es geht: Kein Kinderstück, keine Komödie, sondern die Tragödie der letzten Tage des 2. Weltkriegs in Paderborn. Es geht um Extremsituationen. Vom Theater lässt sich außer einem skurrilen Regieassistenten keiner blicken, die Schauspieler sind weitgehend auf sich selbst angewiesen. Geprobt wird wie auf einem Geisterschiff. Die Szene „Bund deutscher Mädchen“, das Treffen der „Pimpfe“, erste verbotene Liebe, eine Schwangerschaft, der Versuch einer Intimität inmitten des Kriegsgeschehens und immer wieder große Heldenszenen. Aber vieles entgleitet den heutigen Darstellern, die Szenen landen im Heute auf dem Fußballplatz oder münden im privaten Garderobenstreit. Zu weit weg erscheint der Zweite Weltkrieg. Doch dann beginnen die jungen Spieler sich zunehmend mit ihren Rollen zu identifizieren. Die Hemmschwellen, sich auf die Thematik einzulassen, weichen auf, die Wirklichkeiten verschmelzen und plötzlich sind sie mittendrin in einem Krieg, der sich in alle Bereiche ihres Lebens ausweitet.
„Das Junge Ensemble“ stellt in seiner Tragikomödie die Frage: Was ist Spiel, was Wirklichkeit, was ist gestern und was ist heute? Wir tragen die Geschichte des 2. Weltkrieges noch in uns. Wir sind gleichzeitig umgeben von aggressiven Mobilmachungen, Polarisierungen und Kriegsschauplätzen. Kann man die unsichtbaren Mechanismen von Gewalt und Krieg, diese „Regisseure“, die die Fäden in der Hand halten, aufspüren, sichtbar machen, gar zur Rechenschaft ziehen?
Karten kosten 5 Euro (Ermäßigungen für Schulklassen: 3 Euro). Reservierungen unter 05251 – 88 12 47. Die Karten müssen bis 18 Uhr des Spieltags in der Städtischen Galerie abgeholt werden.