Stillwegweiser als Orientierungshilfe für Mütter
„Paderborn ist stillfreundlich – doch nur wenige wissen es.“
Die Schülerinnen der Hebammenschule des St. Vincenz-Krankenhauses und die Gleichstellungsstelle der Stadt haben gemeinsam einen Stillwegweiser herausgebracht. Dieser zeigt einen Plan der Paderborner Innenstadt, auf dem 15 Stillplätze visualisiert und die jeweiligen Geschäfte genannt werden, in denen Mütter mit ihren Kindern willkommen sind. Im praktischen Postkartenformat soll der „Still-Wegweiser“ nun seinen Weg in möglichst viele Wickel- oder Handtaschen finden.
Die Schülerinnen der Hebammenschule des St. Vincenz-Krankenhauses nahmen im Rahmen eines Projektes zur Weltstillwoche die Stillfreundlichkeit in der Paderborner Innenstadt genauer unter die Lupe. Hierzu befragten sie sowohl die betroffenen Mütter als auch die Paderborner Geschäftswelt.
Es zeigte sich, dass den Müttern in vielen Läden Räumlichkeiten zum Füttern und Stillen von Klein-kindern zur Verfügung gestellt werden. Die Hebammenschülerinnen fanden 15 Plätze, die besonders gemütlich und zuvorkommend eingerichtet sind und die Mütter mit ihren Kindern willkommen heißen. In Geschäften, in denen es aus Platzgründen nicht möglich ist, einen Stillraum einzurichten, werden teilweise Sicht geschützte Plätze oder Aufenthaltsräume angeboten. Die Paderborner Geschäftsleute stehen dem Thema Stillen insgesamt sehr offen gegenüber.
Ganz anders wird die Situation jedoch von den betroffenen Müttern selbst wahrgenommen. Ihnen ist laut Umfrage ein geeigneter Stillplatz oftmals nicht bekannt. Rund die Hälfte der Frauen reduziert demzufolge den Besuch in der Innenstadt auf das Nötigste bzw. bricht diesen sogar ab, um zum Stillen wieder zu Hause zu sein. Viele von ihnen würden gern mal wieder in Ruhe durch die Innenstadt bummeln, wenn ihnen geeignete Plätze zum Füttern bzw. Stillen bekannt wären.
Das Fazit der Hebammenschule lautete: „Paderborn ist stillfreundlich – doch nur wenige wissen es.“
Diese Informationslücke wollten die Hebammenschülerinnen nach der Auswertung der Befragungen dringend schließen. Gemeinsam mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn entwickelten sie den sogenannten „Stillwegweiser“. „Durch diesen Flyer soll es den Müttern ermöglicht werden, sich entspannt in der Paderborner Innenstadt aufzuhalten, aktiv am Leben teilzunehmen und dabei zu wissen, an welchen Orten sie ihr Kind ungestört und in Ruhe versorgen können“, so die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Dagmar Drüke.
Dank der tatkräftigen und finanziellen Unterstützung der Gleichstellungsstelle liegt der „Stillwegweiser“ ab sofort kostenfrei unter anderem an folgenden Stellen aus: in der Frauen- und Kinderklinik St. Louise und im St. Johannisstift Paderborn sowie im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten, in vielen Paderborner Hebammen- und Arztpraxen und in städtischen Einrichtungen, wie zum Beispiel dem FamilienServiceCenter, dem Einwohneramt und der Gleichstellungsstelle. Frauen können auch bei ihrer Hebamme oder über den Kreisverband der Hebammen den „Stillwegweiser“ bekommen. Darüber hinaus ist er unter www.paderborn.de und unter www.vincenz.de/schulen als Download verfügbar.
Die jungen Mütter Tatjana Andan und Karina Helbling mit ihren Töchtern Sophie und Viktoria Joleen, die als Erste in der Frauen- und Kinderklinik St. Louise den Stillwegweiser überreicht bekamen, sehen darin eine sinnvolle Unterstützung. „Die natürlichste Sache der Welt - das Stillen – ist dank unserer engagierten Hebammenschülerinnen auch in unserer Stadt zur einfachsten Sache der Welt geworden“, resümiert Margareta Köhle, Leiterin der Hebammenschule.
Hintergrund: Die Weltstillwoche ist eine internationale Initiative der World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) für den Schutz, die Förderung und die Unterstützung des Stillens weltweit. Sie findet seit 1991 regelmäßig in der 40. Kalenderwoche statt.