Werk des Paderborner Bildhauers Josef E. Paschen entdeckt

Buchprojekt "Denkmaltopographie Paderborn"

© Stadt PaderbornSeitenaltar, Dr. Heinrich Otten, St. Margaretha
© Stadt PaderbornPietà, Dr. Heinrich Otten, St. Margaretha

Seit Anfang 2014 untersucht Dr. Heinrich Otten sämtliche Baudenkmäler der Stadt Paderborn. Ziel ist eine attraktive Publikation, die unter dem Namen Denkmaltopographie alle Objekte in Wort und Bild vorstellen möchte. Während der fortlaufenden Untersuchungen ergeben sich beim genauen Schauen und Vergleichen immer wieder neue Erkenntnisse, so nun auch beim linken Seitenaltar der Pfarrkirche St. Margaretha in Dahl.

Er galt bislang als Werk der bekannten Paderborner Bildhauerwerkstatt Gebr. Braun, kam 1915 in den Raum und ist damit genau 100 Jahre alt. Dr. Otten entdeckte jedoch an der zentralen Figur – Maria mit dem Leichnam Christi – die deutlich lesbare Signatur des Paderborner Bildhauers Josef E. Paschen (1853-1916) mit der Jahresangabe 1893. Die farbig gefasste Holzskulptur ist also 22 Jahre älter als der umgebende Bau.

Das geweckte Interesse führte schnell zur der Erkenntnis, das auch der untere Altartisch nicht zu dem Aufbau von 1915 gehört. Seine blockhaften, statischen Formen unterscheiden sich deutlich von der feingliedrigen Neugotik des Aufbaus. Er ist dem Bildhauer Josef Hellweg zuzuschreiben, der ab 1854 bis in die 1870er Jahre mit Arbeiten in der Kirche betraut war. Eine genaue Datierung ist nicht möglich.

Auch diese neuen Erkenntnisse werden in das 2017 oder 2018 erscheinende Buch einfließen. Die Reihe „Denkmäler in Westfalen“ hat das Ziel, alle Denkmäler eines Kreises oder einer kreisfreien Stadt flächendeckend, vollständig und kompakt darzustellen. In einer reich bebilderten Einleitung, einem alphabetisch nach Straßennamen geordneten Katalogteil und einem abschließenden farbigen Kartenteil werden alle Bau- und Kunstdenkmäler wie auch Denkmalbereiche dokumentiert. Die Publikation bildet den Beitrag Westfalen-Lippes zur bundesweiten Reihe „Denkmaltopographie der Bundesrepublik Deutschland“. Die Reihe dokumentiert seit den frühen 1980er Jahren in bisher fast 200 Bänden das bauliche Erbe der Bundesländer.