LC Paderborn und Paderborner Squash Club arbeiten vorbildlich
Vereine erhalten für ihre Talentförderung das Grüne Band und 5.000 Euro Preisgeld
Für ihre herausragende Nachwuchsarbeit haben der Leichtathletik Club Paderborn und der Paderborner Squash Club das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein erhalten. Die Vereine zählen zu den 50 Preisträgern, die in diesem Jahr vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Commerzbank AG mit dem bedeutendsten Preis der leistungssportlichen Nachwuchsförderung ausgezeichnet werden.
Im Paderborner Ahorn-Sportpark, dem Trainingszentrum des Leichtathletik Club Paderborn, sind 855 Athleten des Vereins an jedem Wochentag in Aktion. Eine spezifische Ausbildung beginnt für die 432 Kinder und Jugendlichen unter ihnen mit dem Übergang in den Leistungsbereich, bis dahin werden die allgemeinen sportlichen Grundlagen geschaffen. Durch Kooperationen mit Schulen konnten 2014 gleich 105 Kinder für die Leichtathletik begeistert und angeworben werden. Auch zahlreiche Erfolge locken den Nachwuchs an. Für die Ausbildung der Nachwuchs-, Breiten- und Leistungssportler werden 24 Coaches beschäftigt, darunter elf Lizenz-Trainer. Der LC stellt jeweils vier Landes- und Bundeskader.
Inna Weit wurde 2012 und 2013 Deutsche Meisterin über 200 Meter, holte bereits Bronze mit der 4x100-Meter-Staffel und stand im Halbfinale der EM. Mit der Staffel des Deutschen Leichtathletik Verbandes erreichte sie 2013 zudem Platz vier bei der WM und gewann Silber bei der Team-EM. 2014 wurden Chantal Butzek sowie Mareen Kalis Deutsche Jugendmeisterinnen. Darüber hinaus holten die Paderborner unzählige Medaillen bei Westfälischen- und Westdeutschen Meisterschaften sowie bei den „Deutschen“ und auf internationalem Terrain. Auch in diesem Jahr kamen bereits viele weitere Erfolge hinzu. Nur drei Beispiele: Bei der Staffel-WM lief Josefina Elsler über 4 x 200 Meter zu Bronze, Butzek und Kalis konnten ihre nationalen Junioren-Titel auch in der Halle verteidigen und bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg holte die weibliche LC-Staffel über 4 x100 Meter die Silbermedaille.
Deutsche Mannschafts-Meisterschaften in Serie, zig nationale und internationale Medaillen im Einzel oder Doppel, sieben Europapokalsiege – der Paderborner Squash Club zählt zu den ganz Großen seines Metiers. Und er ist Vorreiter in Sachen Nachwuchsarbeit. Auf dieser basieren die vielen Triumphe der Erwachsenen- und Jugendteams. Die Jury prämierte die Squasher bereits zum vierten Mal. 2015 feierten die Damen und Herren des PSC die doppelte Deutsche Meisterschaft. Doch dreht sich im Verein nicht alles um die Topspieler, sondern auch um die Nachwuchstalente.
Derzeit zählt der PSC 37 Kinder und Jugendliche. Sieben Lizenztrainer sind Teil des Jugendförderungskonzepts. Dieses brachte den PSC-Talenten von der U9 bis zur U19 zuhauf regionale, nationale und internationale Medaillen ein - individuell und als Team. Von 2012 bis 2014 sprangen 40 Top-Drei-Plätze bei Landes- und Deutschen Nachwuchs-Meisterschaften sowie in der Regionalliga heraus. Simon Rösner, vormals U19-Europameister, ist seit 2007 ungeschlagener, neunmaliger Deutscher Einzel-Meister und weit vorne in der Weltrangliste.
Tobias Weggen war Leistungsträger des deutschen Teams bei der U17-EM. Und bei den Deutschen Einzelmeisterschaften 2015 musste die zuvor zweimal erfolgreiche Franziska Hennes ihren Titel nur abgeben, weil sie im Halbfinale ihrer Vereinskollegin Sina Wall unterlag, die dann im Finale PSC-Kameradin Annika Wiese besiegte. Paderborn ist Landesleistungsstützpunkt und pflegt zahlreiche Schulkooperationen. Der PSC schafft Synergien in alle Richtungen. Auch als Team-WM-Austragungsort 2011 hat Paderborn bereits geglänzt. Der Europapokal der Landesmeister soll 2017 ebenfalls hier ausgespielt werden.
„In ihrer Nachwuchsarbeit setzen die Preisträger auf gezielte Sichtungsmaßnahmen und überzeugen darüber hinaus mit umfangreichen sowie langfristig angelegten Konzepten zur Förderung der jungen Athleten“, lobt Michael Vesper, DOSB-Vorstandsvorsitzender und Jurymitglied, die Preisträger. „Die Förderangebote umfassen dabei weit mehr als die sportliche Förderung. Besonders in der Persönlichkeitsentwicklung nehmen die Sportvereine eine bedeutende Rolle ein. Was die oftmals ehrenamtlich Tätigen für den Sport und unsere Gesellschaft leisten, kann daher gar nicht hoch genug geschätzt werden.“
Carsten Bohnes, Filialdirektor der Commerzbank Paderborn, übergab die Schecks über je 5.000 Euro und die Trophäen an den LC-Vorsitzenden Ulrich Woischner und die Nachwuchskoordinatorin Susanne Müller-Krusemark sowie an den PSC-Vorsitzenden Andreas Preising und Sportwart Matthias Wolf. „Das Grüne Band fördert – und fordert – neben der sportlichen Komponente auch soziale Aspekte“, sagte Bohnes. „Vor allem im Jugendbereich kommt diesen im Verein gelebten Werten eine besondere Bedeutung zu. Fairness, Leistung, Kompetenz, Respekt, Partnerschaftlichkeit und Teamgeist sind nicht nur im Sport von entscheidender Bedeutung. Für die Commerzbank sind diese Werte ebenfalls elementare Faktoren der Unternehmenskultur. Das Grüne Band steht daher für alles, was uns innerhalb der Commerzbank und auch im Rahmen unseres vielfältigen Sponsoring-Engagements wichtig ist.“ Auch der stellvertretende Landrat des Kreises Paderborn, Hans-Bernd Janzen, und der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt kamen zur Verleihung und gratulierten.
Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein gibt es bereits seit 29 Jahren. Seitdem förderten die Commerzbank und der Deutsche Olympische Sportbund mehr als 200.000 Kinder und Jugendliche in ihren Vereinen. Zur Jury gehörten in diesem Jahr Uwe Hellmann, Leiter Brand Management der Commerzbank, DOSB-Vorstandsvorsitzender Michael Vesper, Ole Bischof, DOSB-Vizepräsident Leistungssport, Karin Augustin, Präsidentin des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, und Meike Evers-Rölver, zweimalige Olympiasiegerin im Rudern und Anti-Doping-Expertin.
Das Grüne Band belohnt konsequente Nachwuchsarbeit im Leistungssport, unabhängig von der Vereinsgröße oder der Popularität der Sportart. Vereine oder einzelne Abteilungen können sich bis Ende März eines jeden Jahres bei ihren Spitzenverbänden bewerben. Die Bewertungskriterien ergeben sich aus dem Nachwuchsleistungssportkonzept 2020 des DOSB und schließen die Zusammenarbeit mit Schulen, Landessportbünden beziehungsweise Landessportverbänden oder Spitzenverbänden sowie weitere Aspekte der Leistungsförderung mit ein.