Maria von Welser zu Gast im Rathaus
Journalistin und Autorin spricht über den Wert der Frauen in der Gesellschaft
Über den Mut und die Hoffnung und dass es sich lohnt, für den Wert einer jeden Frau zu kämpfen, spricht die vielfach ausgezeichnete Fernsehjournalistin, Publizistin und Autorin Maria von Welser am Dienstag, 24. November. Auf Einladung der Buchhandlung Linnemann, die den Abend zusammen mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn organisiert, ist sie ab 19.30 Uhr zu Gast im Historischen Rathaus in Paderborn. Karten für die Veranstaltung gibt es zum Preis von 10 Euro in den Linnemann-Buchhandlungen.
Drei Länder, drei Beispiele für das Schicksal von Frauen: Nirbaya, eine junge Inderin, wird in einem Bus von mehreren Männern auf brutalste Weise vergewaltigt und stirbt schließlich an ihren schweren inneren Verletzungen. Daraufhin ging ein Aufschrei durch die größte Demokratie der Erde: Wie konnte so etwas nur geschehen? Doch Nirbayas Fall ist keine Ausnahme. Jeden Tag kommt es in Indien zu schwersten körperlichen Angriffen gegen Frauen. Warum? Weil Frauen dort nichts wert sind. Szenenwechsel: In Afghanistan gehören Frauen den Männern. Erst dem Vater, dann dem Ehemann oder Bruder. Ihnen sind sie gänzlich ausgeliefert. Frauenrechte? In Afghanistan ein Fremdwort. Tatort: Ost-Kongo. Wo Vergewaltigung als Kriegswaffe eingesetzt wird. Wo marodierende Rebellengruppen systematisch Frauen und Mädchen missbrauchen und als Sexsklavinnen halten. Einen Rechtsstaat gibt es nicht. Die Frauen bleiben sich selbst überlassen, an Körper und Seele zerstört.
Vor aller Augen, doch in seinen Ausmaßen noch kaum bemerkt, ist ein Vernichtungsfeldzug gegen Frauen im Gang: der Femizid. Maria von Welser hat vor Ort recherchiert – in Afghanistan, in Indien, im Kongo – und zeigt die Zusammenhänge auf. Gewalt gegen Frauen lässt sich nicht als kulturelle oder religiöse Folklore entschuldigen. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Jeder einzelne Fall ist Teil eines Ganzen. Teil des Femizids. Aber: Zunehmend begehren die Frauen auf. In ihrem Buch „Wo Frauen nichts wert sind“ gibt Maria von Welser ihnen eine Stimme.
Maria von Welser wurde bekannt als Redaktionschefin und Moderatorin des Frauenjournals "ML – Mona Lisa", das sie fast zehn Jahre lang leitete. 2001 ging sie als ZDF-Studioleiterin nach London. Von 2003 bis 2010 war sie NDR-Direktorin des Landesfunkhauses Hamburg, von 2008 bis 2014 stellvertretende Vorsitzende von UNICEF Deutschland.
Die Lesung mit Maria von Welser ist in diesem Jahr der Beitrag der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn zum Internationalen Gedenk- und Aktionstag „NEIN – zu Gewalt an Frauen“. An diesem Tag, der am 25. November eines jeden Jahres stattfindet, beteiligt sich die Gleichstellungsstelle der Stadt seit vielen Jahren mit verschiedenen Aktionen. Ihr Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass immer noch weltweit Mädchen und Frauen Opfer von geschlechtsspezifischer Gewalt und Diskriminierung sind. Die Gleichstellungsstelle möchte aufklären, wo Traditionen Frauen das Leben schwer machen, protestieren, wenn Rechte beschnitten werden und fordert eine lebenswerte Welt für alle Mädchen und Frauen – gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei.