Land unter
7. Band der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“ erhältlich
Das historische Hochwasser im Juli 1965 hat als größte Naturkatastrophe seit Menschengedenken Eingang ins Gedächtnis der Bewohner des Kreises Paderborn gefunden. Am 16. und 17. Juli kam es zu einem Unwetter, dessen Ausmaße und Folgen in der Region bislang unbekannt waren. Mit dem mittlerweile siebten Band widmet sich nun die beliebte Bildband-Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“ diesem Jahrhundertereignis. „Land unter!“ lautet der Titel des Werkes, das mithilfe von mehr als 180 Fotografien zurückblickt. Erhältlich ist es ab sofort für 4,90 Euro in der Tourist Information am Marienplatz sowie im örtlichen Buchhandel.
Da nicht nur die Menschen der Stadt Paderborn von den Wassermassen betroffen waren, richtet sich der Blick anders als in den vorherigen Bildbänden auch auf den Kreis Paderborn, weshalb das Werk in Kooperation zwischen dem Stadt- und dem Kreisarchiv entstanden ist. Zudem weist der Band eine weitere Besonderheit auf: Erstmals liegt ihm keine Fotoausstellung des Stadtarchivs Paderborn zugrunde, da es 2015 bereits zwei Ausstellungen zum Thema gab. Das Historische Museum im Marstall zeigte „ImFluss Lippe“, das Kreisarchiv präsentierte „Wasser soweit das Auge reichte“. Der Bildband zeigt die meisten Hochwasserfotos dieser Ausstellungen und noch zahlreiche weitere.
Auf die Ereignisse im Juli 1965 waren die Menschen trotz ihrer großen, in Jahrhunderten gewachsenen Erfahrungen nicht vorbereitet. Sämtliche Flüsse und Flussläufe verwandelten sich in reißende Ströme, Abwasserkanäle konnten die Wassermengen nicht mehr aufnehmen, Keller und Straßen liefen voll. Gebäude und Brücken wurden schwer beschädigt oder stürzten ein, Menschen starben. Der Bildband gewährt tiefe Einblicke in diese Katastrophe. Gleichzeitig erinnert er an die enorme Hilfsbereitschaft, die das Paderborner Land erfahren hat, und macht die Folgen des Hochwassers sichtbar. Auch der Blick auf die Tatsache, dass Wasser zuallererst Leben bedeutet, wird nicht verstellt.
Herausgegeben wird der Bildband vom Stadtarchiv Paderborn und dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing. Für die Texte und die Bildauswahl zeichnen Stadtarchivar Andreas Gaidt und Kreisarchivar Wilhelm Grabe verantwortlich. Die Gestaltung hat Dirk Rellecke von der Medienagentur Paderborn übernommen.
Neben den fotografischen Einblicken vermittelt auch ein Film Eindrücke vom historischen Hochwasser in und um Paderborn. Wolfram Czeschick zeigt darin eindrucksvolle Amateurfilmaufnahmen, die sich von 1956 bis 2007 erstrecken. Über einen QR-Code auf der vorletzten Seite des Bildbandes, eingescannt per Smartphone, öffnet sich der Film. Er ist auch im Youtube-Kanal der Stadt Paderborn unter www.youtube.com/paderbornstadt zu finden.