Beim Poetry Slam werden Gebäude lebendig
Veranstaltungen zum Tag des offenen Denkmals am 11. September
„Gemeinsam Denkmale erhalten“: So lautet das Motto, unter das die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz in diesem Jahr den Tag des offenen Denkmals gestellt hat. Am Sonntag, 11. September, sind bundesweit Tausende historische Bauten und Stätten für kulturbegeisterte Besucher geöffnet - auch in der Stadt Paderborn. Bei kostenlosen Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl können Interessierte ausgewählte Denkmäler im Stadtgebiet, zum Beispiel die Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof oder das Deelenhaus in der Krämerstraße, besser kennenlernen. Besonderheit in diesem Jahr ist ein Poetry Slam.
Unter dem Motto „Tach, altes Haus, wie geht’s denn so?“ haben sich Schülerinnen des Literaturkurses der Stufe 11 am Gymnasium Schloß Neuhaus von den Denkmälern und der besonderen Atmosphäre im alten Ortskern von Schloß Neuhaus inspirieren lassen und eigene Texte verfasst, in denen sie ihre Gedanken dem Publikum näherbringen möchten und die Denkmale gewissermaßen zum Sprechen bringen. Dazu nutzen sie die literarische Spielart des Poetry Slam, die sie in einem Workshop kennenlernten. Die Schülerinnen tragen ihre Texte während eines Spaziergangs zu den einzelnen Denkmälern vor. Der Rundgang, der durch den Paderborner Saxophonisten Uli Kloppenburg begleitet wird, beginnt um 15 Uhr am Kirchplatz St. Heinrich und Kunigunde und dauert etwa zwei Stunden. Am Projekt beteiligt sind neben den Schülerinnen die Organisatorinnen Susanne Gramlich und Karla Krieger sowie Poetry Slammerin Angelika Schirmer, Karsten Strack vom Lektora-Verlag und der Heimatverein Schloß Neuhaus. Um Anmeldungen per Mail an k.kriegerpaderbornde wird gebeten.
Auf dem Paderborner Ostfriedhof gewährt der städtische Denkmalpfleger Thomas Günther um 10, 11 und 12 Uhr Einblicke in die Langenohlkapelle. Bei der Langenohlkapelle handelt es sich um einen denkmalgeschützten Bau aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Friedhofskapelle wurde in den Jahren 1868 bis 1870 nach Plänen des Diözesan- und Dombaumeisters Arnold Güldenpfennig errichtet. Nach erfolgter Restaurierung und künstlerischer Neugestaltung, -verglasung und -ausmalung des Innenraumes durch Künstler Tobias Kammerer präsentiert Thomas Günther dem interessierten Publikum die denkmalpflegerischen und restauratorischen Arbeiten. Treffpunkt ist jeweils am Eingang der Kapelle.
Unter dem Titel „Schreingehäuse am Dom“ erklärt Dr. Heike Bee-Schroedter in einer Führung von 14 bis 15.30 Uhr die Baugeschichte des Diözesanmuseums. Das Anfang der 1970er Jahre nach Plänen des Kölner Architekten Gottfried Böhm erbaute Diözesanmuseum stellt einen unverwechselbaren Raum für Kunstschätze aus 11 Jahrhunderten dar, der eine eigene Betrachtung lohnt. Treffpunkt ist das Foyer des Museums. Ebenfalls im Foyer beginnt um 14 Uhr und 16 Uhr eine Taschenlampenführung für Kinder ab 6 Jahren. Sie trägt den Titel „Schätze, die im Dunkeln leuchten“. Ausgerüstet mit Taschenlampen geht es gemeinsam mit Referentin Claudia Westermann hinab in die mittelalterlichen Gewölberäume des Diözesanmuseums, in denen etwa die kostbaren Objekte des Domschatzes in ganz neuem Licht erscheinen.
Über das Deelenhaus in der Krämerstraße informiert Sarah Fuhrmann in ihren Führungen um 14, 15, 16 und 17 Uhr. Die dreigeschossigen Fachwerkgiebelhäuser mit Seitendeele beziehungsweise Krüppelwalmdach aus dem frühen 17. und 18. Jahrhundert - in Nachbarschaft des Adam und Eva Hauses - prägen den historischen Straßenzug. Heute befindet sich im Deelenhaus die „Kleine Bühne Paderborn“. Des Weiteren werden die Gebäude für Tagungen und Feiern genutzt. Treffpunkt: Krämerstraße 8/10.
Das Museum in der Kaiserpfalz ist der Treffpunkt für Führungen, die Roland Linde um 12, 14 und 16 Uhr anbietet. Vor 1.000 Jahren gründete Bischof Meinwerk unterhalb der Paderborner Domburg das Benediktinerkloster Abdinghof. Die Kirche des 1803 aufgelösten Klosters wurde vor 150 Jahren der evangelischen Gemeinde in Paderborn übergeben. Die beiden Jubiläen sind der Anlass, auf Spurensuche in der Kirche und in den wenig bekannten Überresten der Klostergebäude unterhalb der modernen Verwaltungsbauten zu gehen. Dabei werden auch einige Räume zugänglich gemacht, die der Öffentlichkeit sonst verborgen sind, die frühere "Schatzkammer" im Westbau der Kirche, der Südflügel des klösterlichen Kreuzgangs aus dem späten 12. Jahrhundert, das barockzeitliche Refektorium, also der Speisesaal des Klosters, und das benachbarte Bierlager, ein spätmittelalterlicher Gewölbekeller. Die Führung vermittelt aktuelle Forschungsergebnisse zur Kultur- und Baugeschichte des Klosters und der Abdinghofkirche. Die Führungen dauern etwa 75 Minuten.
Stadtarchäologin Dr. Sveva Gai bietet um 11 Uhr und um 12 Uhr eine Führung an, in der sie über die Ausgrabungen am Landeshospital in der Kisau informiert. Treffpunkt ist am Eisentor vor dem Eingang des Geländes. Wichtig: Die Führung ist nur bei gutem Wetter möglich und wird bei Regen ausfallen. Auch an festes Schuhwerk sollten alle Interessierten denken.
Zudem erläutert Dr. Sveva Gai um 14 Uhr und um 15 Uhr die Ausgrabungen am Domplatz. Treffpunkt ist vor der Gaukirche.
Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals gibt es bei Michael Güse von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Paderborn unter Tel. (0 52 51) 88 19 61.