Rabattaktion zum Equal Pay Day

Gleichstellungsstelle der Stadt macht auf Entgeltunterschiede aufmerksam

© Stadt PaderbornEqual Pay Day

Am 19. März 2016 ist "Equal Pay Day". Die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn macht anlässlich dieses Tages auf geschlechterspezifische Entgeltunterschiede aufmerksam und ruft Frauen zur Teilnahme an einer Rabattaktion mit Signalcharakter auf.

So verteilen die Mitarbeiterinnen der Gleichstellungstelle am 19. März in der Zeit von 10 bis 14 Uhr vor dem Historischen Rathaus rote Stofftaschen mit dem Aufdruck "Equal Pay Day". Darin befindet sich neben Informationsmaterial eine Liste von Geschäften, Restaurants und Cafés, die Frauen am Aktionstag einen Rabatt gewähren. Voraussetzung ist, dass die Frauen die entsprechenden Geschäfte mit der "Equal Pay Day"-Tasche beziehungsweise mit einer anderen roten Tasche besuchen und so als „Botschafterinnen“ ihre Teilnahme an der Aktion dokumentieren. Durch das Tragen der roten Taschen, die die roten Zahlen in den Geldbörsen symbolisieren, soll ein Zeichen gegen die Lohnungerechtigkeit zwischen Männern und Frauen gesetzt und die Öffentlichkeit für die Problematik sensibilisiert werden.

Geschäfte, die sich am "Equal Pay Day" beteiligen, sind: Aqua Comfort Wasserbetten, B & K GmbH & Co. KG, Briefmarken Münzen Witte, Café und Bar Celona, Cassau - Atelier für kirchliche Kunst, Cecil Store Paderborn, Chocolat Boutique Paderborn, Das Futterhaus, Esprit Store Paderborn, G-Star Store, Klingenthal, Leonardo Store, Linnemann Buchhandlung, Möbel- und Einrichtungshaus Finke, Optik am Dom, Optik Schiller, Praxis Dr. med. Luise Stolz, Restaurant Libori Eck, Stadt-Parfümerie Pieper, Stadtwerke Paderborn, Tourist Information Paderborn und Vaude Store Paderborn.

Eine ausführliche Auflistung der einzelnen Aktionen und Rabatte ist in den nächsten Tagen auf der Homepage der Stadt Paderborn unter www.paderborn.de zu finden.

Der "Equal Pay Day" markiert symbolisch den durchschnittlichen Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen, der laut Statistischem Bundesamt in Deutschland aktuell 21,6 Prozent beträgt. Zugrunde gelegt wird hierbei der Durchschnittsverdienst aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Rechnet man den Prozentwert in Tage um, so arbeiten Frauen im Schnitt 79 Tage, vom 1. Januar bis zum 19. März 2016, umsonst.

Diese sehr plakative Aussage spiegelt vielfältige Probleme im Erwerbsleben einer Frau wider:
Eines liegt sicherlich in der Berufswahl. So entscheiden sich Frauen oft für Berufe mit geringem Einkommen. Ein Hauptanliegen des diesjährigen "Equal Pay Day" ist daher, die Wertschätzung gegenüber frauentypischen Dienstleistungen auch monetär zu erhöhen. Dies soll sich zum Beispiel auch in einer besseren Bezahlung von Berufen in den Bereichen Pflege und Erziehung widerspiegeln.

Um Mädchen die Berufswahl frei von Rollenbildern oder Barrieren zu ermöglichen, ist es wichtig, sie frühzeitig für das ganze Spektrum möglicher Berufe zu sensibilisieren und ihnen insbesondere auch die Berufe im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich nahezubringen, zum Beispiel über den Girls‘ Day, den die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn seit vielen Jahren fördert.

Der Entgeltunterschied zwischen Männern und Frauen hat aber auch andere Ursachen. Durch Familienzeiten wird die Erwerbstätigkeit unterbrochen, bei einer Rückkehr in den Beruf muss frau den Wiedereinstieg bewältigen. Nach der Familienzeit können viele Frauen ihre Karriere nur bedingt fortsetzen, da die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft nicht gelingt. Es fehlt auf der einen Seite an flexiblen Kinderbetreuungsmöglichkeiten, die kompatibel mit den Arbeitszeiten sind, und auf der anderen Seite an innovativen Arbeitszeitmodellen. Die klassische Rollenverteilung ist in vielen Männern- und Frauenköpfen noch so präsent, dass Frauen meist beruflich zurückstecken und sich um Kind und zu pflegende Angehörige kümmern. Daher lösen Frauen meist die Vereinbarkeitsfrage und nehmen nach der Familienphase häufig eine Teilzeittätigkeit oder eine geringfügige Beschäftigung auf. Die berufliche Entwicklung gerät an dieser Stelle nicht selten in eine Sackgasse.

Zudem bremst das Steuerrecht mit seinem Ehegattensplitting Frauen dabei aus, erwerbstätig zu werden oder diese Tätigkeit auszubauen.

Aus diesen Gründen erhalten Frauen oftmals eine geringe Rente oder geraten sogar in Altersarmut. Die diesjährige Aktion am "Equal Pay Day" soll die Öffentlichkeit für diese Zusammenhänge sensibilisieren und Signalwirkung entfalten.

Selbst wenn arbeitsmarktrelevante Merkmale, wie beispielsweise unterschiedlich gut bezahlte Berufe oder Branchen, außer Acht gelassen werden und nur den Verdienst von Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien gegenübergestellt werden, so verbleibt laut Statistischen Bundesamt noch immer ein Entgeltunterschied in Höhe von 7 Prozent.

Bei Fragen zum Aktionstag oder zu Themen wie beispielsweise dem beruflichen Wiedereinstieg, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Minijobs, Teilzeit oder Rente gibt die Gleichstellungsstelle gern Auskunft beziehungsweise vermittelt kompetente Ansprechpartnerinnen und -partner. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn, Dagmar Drüke, ist unter der Telefonnummer (0 52 51) 88 19 50 oder per E-Mail an gleichstellungpaderbornde erreichbar.