„The Best of Bolton Fine Art“
Ausstellungseröffnung am Samstag im FORUM JUNGER KÜNSTLER
„The Best of Bolton Fine Art“ ist der Titel einer Ausstellung, die am Samstag, 28. Mai, um 18 Uhr im FORUM JUNGER KÜNSTLER im Gewölbesaal in Schloß Neuhaus eröffnet wird.
Absolventen und Studierende der Kunststudiengänge geben einen Überblick über das Profil der Studiengänge, das von einem starken gesellschaftlichen Engagement bestimmt wird.
Liam Ainscoughs Thema etwa ist der Krieg: Er beschäftigt sich in seinen Skulpturen sowohl mit dem Gedenken an Kriegsopfer als auch mit der Wirkung von Kriegsspielzeug; der Unterscheid zwischen computergesteuertem Krieg und Computerkriegsspielzeug verwischt.
Sally Anne Hayes dagegen lässt eine soziale und politische Aufnahme Britanniens der letzten Jahre entstehen, indem sie photographisch die von Menschenhand geschaffene Landschaft im Nordwesten Englands aufnimmt. Ged Young kommt scheinbar harmlos mit klassischen Stillleben daher, doch beim näheren Hinsehen wird klar, dass er die schöne Bilderwelt einer Überflussgesellschaft aufs Korn nimmt. Auch Alison Timmins fordert dazu auf, bildlichen Darstellungen gründlich zu misstrauen, indem sie sich modernen Themen mit historischen Techniken nähert - wobei schnell klar wird, dass kein Bild eine Wahrheit zeigt, sondern stets eine Sichtweise.
Andere Künstler sind weniger deutlich, aber nicht weniger eindringlich: Steph Shipleys im Druckprozess veränderte Polaroid-Aufnahmen erinnern einerseits an die realen Orte, andererseits zeigen sie die persönlichen Erfahrungen mit diesen Orten. Donna Dowds künstlerischer Umgang mit alltäglichen Fundgegenständen fragt nach scheinbar unhinterfragten Konventionen des heutigen Lebens. Thaleia Kavvada widmet sich symbolistisch der Entfremdung und dem Identitätsverlust des modernen Menschen. Andy Smith benutzt scheinbar unzusammenhängende Zeichen und Symbole, um zu versuchen, die Absurditäten der Gesellschaft zu verstehen.
Zur Eröffnung sprechen Alan Buckingham, der Leiter der Boltoner Studiengänge, und Paderborns stellvertretender Bürgermeister Karsten Grabenstroer.
Die meisten Künstlerinnen und Künstler, die in Schloß Neuhaus ausstellen, sind inzwischen Mitglieder der Neo:Artists. Unter diesem Namen haben sich in Bolton Absolventen der letzten Jahre zusammengeschlossen und mit privater und öffentlicher Förderung ein Atelierzentrum und eine zeitgenössische Kunstgalerie im Stadtzentrum eröffnet. Diese zeigt sowohl Kunst aus der Region als auch aus der ganzen Welt. Sie hat rasch hohes Ansehen unter Künstlern und Galeristen in Großbritannien erreicht hat, nicht zuletzt durch den neo:prize. Der ist nicht nur mit einem sponsorenfinanzierten Stipendium verbunden, sondern auch mit einer von der Uni Bolton ermöglichten Einzelausstellung und der Möglichkeit, drei Monate in den neo:studios zu arbeiten.
Die Galerieräume der Neo:Gallery werden vom Betreiber des größten innerstädtischen Einkaufszentrums in Bolton zur Verfügung gestellt. Irgendeinen Leerstand gibt es dort immer, und dort befindet sich dann jeweils die Galerie.
Zur Ausstellung hat die Uni Bolton sogar einen kleinen Katalog finanziert.
Während ihres Aufenthalts in Paderborn knüpfen die Künstlerinnen und Künstler sowie Alan Buckingham auch Kontakte zur Uni Paderborn, zum Raum für Kunst und zu anderen Gemeinschaften, damit die jetzige Ausstellung keine Eintagsfliege bleibt.
Die Ausstellung öffnet ihre Pforten bis zum 12. Juni. Der Eintritt ist frei, die Öffnungszeiten sind täglich (außer montags) von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Auch ist eine Öffnung der Ausstellung auf Anfrage für Gruppen zu besonderen Zeiten möglich. Informationen dazu gibt es unter der Telefonnummer 05251/88-10 76.