Über die Macht der Frauen
Politisches Frauenfrühstück im Rathaus gibt viele Impulse
Zum 10. Politischen Frauenfrühstück hatte die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn am vergangenen Samstag im Historischen Rathaus eingeladen. Unter dem Titel „Die Macht der Frauen – Ihre Stärke und Ihr Einfluss in der Gesellschaft“ wurden anregende Impulsvorträge gehalten. Die Veranstaltung wurde moderiert von Julia Ures.
Bürgermeister Michael Dreier begrüßte alle Teilnehmerinnen mit einleitenden Worten zur Bedeutsamkeit des Stellenwertes der Frauen in der Gesellschaft und betonte, dass es ihm ein wichtiges Anliegen sei, die Rolle der Frau in allen Bereichen des öffentlichen als auch privaten Lebens zu verbessern. Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke machte deutlich, dass Frauen die Verteilung der Rollen innerhalb der Familie entscheidend mitbeeinflussen, beispielsweise in der Erziehung und in der Partnerschaft. „Die Partner sollten die Verantwortung für die Kinderbetreuung und den Haushalt partnerschaftlich wahrnehmen, dies ist eine entscheidende Voraussetzung für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagte Drüke.
Unter anderem ging es im Beitrag von Dr. Julia Gruhlich, Soziologin von der Universität Paderborn, um die Frage nach einer gerechten Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben sowie um ihre Repräsentanz in Gremien und der Politik. Die Macht der Frau als Konsumentin war ebenfalls Thema. Auch das Internet sei männlich dominiert, so Gruhlich. Sie berichtete von einer Unterrepräsentanz von Frauen als Autorinnen. Die Haltung gegenüber weiblichen Autorinnen im Netz sei teils ablehnend bis aggressiv, besonders in Bezug auf Themen zu Geschlechterfragen.
Die Geschäftsführerin der Team GmbH mit dem Schwerpunkt „Netzwerken im Beruf“, Heike Käferle, machte die stereotypen Geschlechterbilder in den Köpfen von Menschen mithilfe einer interessanten Untersuchung deutlich. „Hurrikans in den Vereinigten Staaten mit weiblichen Namen haben mehr Tote zur Folge, weil man ihnen weniger Stärke zuschreibt und sich dementsprechend nicht genügend auf sie vorbereitet“, sagte Käferle. Ratsfrau Mechthild Pleininger kam in ihrer Funktion als Vorsitzende der Gleichstellungskommission mit dem Schwerpunkt „Politik“ und betonte, dass ein Einstieg für Frauen in die Politik erleichtert werden müsse und dass mehr Frauen in der Politik gebraucht würden.
Die Journalistin und Autorin Cornelia Filter verwies in ihrem Impuls auf die Frauenbewegungen des vergangenen Jahrhunderts und zeigte auf, dass viele Frauenrechte erst innerhalb der letzten Jahrzehnte erkämpft wurden. Neben dem Wahlrecht für Frauen seien beispielsweise neue Gesetze zum Schutz vor sexueller Gewalt an Frauen zu nennen. Filter betonte, dass alle diese Rechte größtenteils von Frauen erstritten und erkämpft wurden und machte Mut, auch weiterhin an der Entwicklung von Frauenrechten mitzuwirken.
Die anschließende Diskussion bot auch für das Publikum die Möglichkeit, auf Inhalte der gehaltenen Vorträge einzugehen und eigene Anregungen sowie Denkanstöße zu geben. Betont wurde hierbei unter anderem, dass vor allem der Nachwuchs an jungen, engagierten Frauen, die sich für frauenpolitische Themen einsetzen, fehle. Auch ging es um die Probleme von Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die überwiegend noch von Frauen erfahren werden. Die Forderung wurde laut, dass auch Männer sich zukünftig stärker mit ihrer veränderten Rolle auseinandersetzen müssen. Man war sich einig, dass weiterhin motiviert für frauenpolitische Belange und einen gesellschaftlichen Wandel gearbeitet werden muss. Anschließend an die Diskussion bot sich die Möglichkeit, sich auch in kleineren Gruppen über die angesprochenen Aspekte auszutauschen.