Langenohlkapelle als „Kleinod“ auf dem Ostfriedhof
Großteil der künstlerisch gestalteten Fenster fehlt noch / Verein „Historisches Paderborn“ wirbt um Unterstützung
Rechtzeitig zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, meldet die Stadt Paderborn den Abschluss der aufwendigen Sanierungsarbeiten an der Langenohlkapelle auf dem Ostfriedhof. Zwar fehlen noch kleinere Arbeiten am Bodenbelag und die Entscheidung über die neue Bestuhlung, aber zum Besichtigungstermin am kommenden Sonntag sei alles perfekt, meint Thomas Günther von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt.
Gut ein Jahr Bauzeit hatte das Gebäudemanagement Paderborn (GMP) als Bauherr angesetzt - ein enger Zeitplan, denn allein die Trockenlegung des durchfeuchteten Gebäudes brauchte viel Zeit. Dazu gehörten eine vollständige Mauerwerkssanierung, die Rekonstruktion des ehemaligen Kellerzugangs von der angrenzenden Straße Am Ostfriedhof, um den Keller zu durchlüften, der Einbau einer Wandtemperierung auf den Wandinnenseiten zur dauerhaften Verdrängung von Feuchtigkeit sowie der Einbau einer Wetter-Schutzverglasung durch die Glasmalerei Peters.
Aufgrund der nicht vollständig erhaltenen Befunde der ehemals reichen Ausmalung entschloss sich die Stadt zu einer Neuausmalung des Innenraums und entsprechender Neugestaltung der Fenster. Grundlage dafür war ein Künstlerwettbewerb. Beauftragt wurde der erste Preisträger des Wettbewerbs, der international tätige Kirchenkünstler Tobias Kammerer aus Rottweil, der die Neuausmalung vor kurzem abgeschlossen hat.
Damit die Kapelle aber wieder als Gesamtkunstwerk und als besonderer Ort des Gebets und der Meditation wirken kann, fehlt noch ein Großteil der von Kammerer entworfenen künstlerisch gestalteten Kapellenfenster. Bis dato sind allein ein großes Chorfenster und ein kleines Fenster neben dem Eingang installiert. Die farbigen Fenster, die mit der Neuausmalung der Kapelle wunderschön harmonieren und auf der Innenseite der Schutzverglasung auf Abstand angehängt werden können, sollen ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Glasmalerei Peters hergestellt und eingebaut werden.
Für diese künstlerisch hochwertig gestalteten Fenster fehlen jedoch noch finanzielle Mittel. Daher hat der gemeinnützige Verein „Historisches Paderborn“, der mit der Errichtung der Turmhaube auf dem Hopheiturm sein erstes Projekt erfolgreich abgeschlossen hat, seine Unterstützung angeboten. Er wirbt nun zum 150-jährigen Jubiläum des Ostfriedhofes für eine finanzielle Unterstützung dieses für Paderborn wichtigen Projekts.
Über die bautechnische Sanierung hinaus wird somit eine völlig neue Atmosphäre im Innenraum geschaffen, die künftig auch vom Friedhof unabhängige Nutzungen ermöglicht und dem prächtigen Gebäude zu einer neuen Bedeutung verhelfen soll. Das wiedergewonnene „Kleinod“ auf dem Ostfriedhof soll zukünftig auch für kleine kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel Kammerkonzerte und Lesungen oder auch Kunstaustellungen genutzt werden. Angedacht sind ebenfalls Schul- und Lernprojekte der benachbarten Gymnasien. Grundsätzlich werden dabei Nutzungskonzepte gewählt, welche die Würde, die Geschichte des Gebäudes und die Umgebung des Friedhofs berücksichtigen. Hierzu wurde vom Amt für Umweltschutz und Grünflächen ein separater Zugang von der Straße „Am Ostfriedhof“ angelegt und neu gestaltet.