„Briten in Westfalen – The British in Westphalia 1945-2017"
Ausstellung im Paderborner Stadtmuseum startet am 20. Oktober
Nach mehr als 70 Jahren werden die Truppen des britischen Militärs in Westfalen abgezogen – was bleiben wird, sind Spuren des deutsch-britischen Zusammenlebens, die nach und nach verblassen werden. Das erinnerungskulturelle Projekt „Briten in Westfalen“ möchte dem Vergessen entgegenwirken: Vom 20. Oktober 2017 bis zum 28. Februar 2018 können sich Besucherinnen und Besucher die Ausstellung zur deutsch-britischen Nachkriegsgeschichte Westfalens im Stadtmuseum am Abdinghof ansehen.
Befreier, Besatzer, Verbündete oder doch Freunde - was genau sind die Briten für uns? Wie nehmen sie uns eigentlich wahr? Was bleibt nach dem jahrzehntelangen Miteinander- und Nebeneinanderleben? Auf beiden Seiten gibt es Menschen, die die Besatzung und Demokratisierung der Region miterlebt haben, andere feierten auf den ersten deutsch-britischen Hochzeiten zusammen. Jahr für Jahr trank man ausgelassen ein paar Bier auf den Schützenfesten, man verbrachte gemeinsame Kneipenabende oder debattierte um die Zukunft der Senne.
Dr. Bettina Blum, Leiterin des Ausstellungsprojekts, machte es sich zur Aufgabe, die vielfältigen Erinnerungen an die deutsch-britische Geschichte Westfalens zu teilen und zu bewahren. An dem Projekt, das Mitte Oktober 2015 gestartet wurde, haben insgesamt etwa 200 Frauen und Männer mitgearbeitet. „Die Ausstellung ist im Dialog entstanden“, betont Blum. Viele Menschen waren bereit, ihr Wissen und ihre Alltagserfahrungen zu teilen, auf Personen oder mögliche Ausstellungsstücke zu verweisen oder selbst Fotos und Objekte als Leihgaben zur Verfügung zu stellen. Dank allen Beteiligten ist es gelungen, dass etwa 800 Fotos, Dokumente und Objekte, Bücher und Zeitschriften, Audio- und Videodateien aus dem militärischen, aber vor allem aus dem privaten Lebensbereich, in der Ausstellung zu sehen sein werden.
Einige Familien stellten sogar mehrere Objekte zur Verfügung, die sich an verschiedenen Stellen der Ausstellung wiederfinden. So ist es den Besuchern möglich, auch biographischen Spuren in den verschiedenen Bereichen der Ausstellung zu folgen. Denn diese ist in insgesamt fünf Themenbereiche gegliedert: „Sieger und Besiegte“ heißt der erste Themenbereich, welcher sich auf den Beginn der britischen Präsenz bezieht. Es folgen „Miteinander leben“, „Klein London“ und „Militär in der Gesellschaft“, die sich mit dem gesamten Zeitraum von 1945 bis heute befassen. Die Ausstellung endet mit der Frage „Was bleibt?“, welche das Ende der britischen Stationierung in Westfalen markiert.
Um Interessierten einen ersten Eindruck von der Ausstellung zu geben, wird in den nächsten Wochen jeder dieser Themenbereiche genauer vorgestellt – „Briten in Westfalen in zehn Objekten“ heißt die Reihe, in der jede Woche jeweils zwei Objekte aus einem Themenbereich gezeigt und ihre spannenden Geschichten erzählt werden.
Die Ausstellung ist zweisprachig. Auch Führungen für Gruppen und Schulklassen können in deutscher und englischer Sprache gebucht werden.
Ansprechpartnerin: Dr. Bettina Blum: b.blumpaderbornde; Tel. (0 52 51) 88-27922