Nicht alle markierten Bäume werden gefällt
Fachleute kontrollieren etwa 70.000 Bäume im Stadtgebiet
Dass den Paderborner Bürgerinnen und Bürgern viel an ihrer grünen Stadt, insbesondere an ihren Bäumen, liegt und sie sensibel auf Veränderungen reagieren, zeigen derzeit viele Anrufe im Amt für Umweltschutz und Grünflächen. Besorgte Anrufer wundern sich über Farbmarkierungen an einzelnen Bäumen und befürchten das Schlimmste. Eine Markierung an einem Baum bedeutet allerdings nicht automatisch, dass dieser gefällt wird. Vielmehr geht es letztlich um die Fragen: Wie steht es um die Gesundheit des städtischen Baumbestandes, welche Gefahren gehen von ihm aus? Dem gehen drei zertifizierte Baumkontrolleure vom städtischen Amt für Umweltschutz und Grünflächen im gesamten Stadtgebiet nach.
Denn als Eigentümerin der Bäume ist die Stadt gesetzlich im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht dazu verpflichtet, die Bäume auf Standfestigkeit und Krankheitsbefall zweimal im Jahr - belaubt und unbelaubt - zu kontrollieren.
Ausgerüstet mit mobilen Erfassungsgeräten werden die Baumkenndaten von den Baumspezialisten eingegeben und notwendige Maßnahmen festgelegt. Diese Daten werden im Büro in eine digitale Baumkataster-Datenbank überführt. Dabei ist es notwendig, jeden einzelnen Baum dauerhaft mit kleinen Kunststoffplättchen zu markieren und auch digital zu verorten. Bei Baumgruppen beziehungsweise waldartigen Beständen wird auf eine komplette Durchnummerierung verzichtet. Stattdessen wird in diesen Fällen mit einer Farbmarkierung an einzelnen Bäumen gearbeitet, um festgelegte Pflegemaßnamen wiederzufinden.
Ziel ist es, den vorhandenen Baumbestand digital lückenlos zu erfassen und so eine nachhaltige Baumpflege zu ermöglichen, zu dokumentieren und damit im Schadensfall auch rechtlich abgesichert zu sein.
Grundsätzlich ist die Stadt um den Erhalt ihrer Bäume bemüht. Wo dieses nicht möglich ist, beispielsweise krankheitsbedingt durch das Eschentriebsterben, werden Ersatzpflanzungen vorgenommen.