Geodaten für die Mobilität der Zukunft nutzen

Mitarbeiterin der Stadtverwaltung belegt 2. Platz bei Deutschem Mobilitätspreis

© Stadt PaderbornDeutscher Mobiltätspreis, Lea Giesen, Paderborn
© Stadt PaderbornVizegewinnerin Deutscher Mobilitätspreis 2017, Lea Giesen, Paderborn

Mit ihrer Vision für intelligente Mobilität hat Andrea Wieneke, Mitarbeiterin im Bereich Verkehrstechnik des Straßen- und Brückenbauamtes der Stadt Paderborn, jetzt den zweiten Platz im Rahmen der Open-Innovation-Phase des Deutschen Mobilitätspreises 2017 gewonnen.

Die 29-jährige Bauingenieurin aus Paderborn, die seit zweieinhalb Jahren im Straßen- und Brückenbauamt arbeitet und dort für die Steuerung der Ampelanlagen zuständig ist, entwickelte mit „MyPriority“ eine Idee, mit der man mittels einer App für das Handy und anhand von Echtzeit-Geodaten verschiedene Verkehre identifizieren und an Lichtsignalanlagen automatisch priorisieren kann. Die Ampel erkennt automatisch, ob sich ein Fußgänger, ein Radfahrer, ein Autofahrer oder ein Bus nähert. Möchte eine Stadt oder Gemeinde den emissionsfreien Rad- und Fußgängerverkehr fördern, kann die Ampel so programmiert werden, dass Radfahrer und Fußgänger automatisch zuerst grün bekommen und somit dem motorisierten Verkehr vorgezogen werden. Auch Blinde könnten mittels dieser App ihr akustisches Signal automatisch bekommen. Weiterhin könnten die an den Ampeln erfassten Verkehrsdaten in einem Geoinformationssystem dargestellt, ausgewertet und mit den jeweiligen Entwicklungszielen des Verkehrsplanes oder Mobilitätskonzeptes der Stadt oder Kommune abgeglichen werden.

„Fußgänger und Radfahrer, also die Verkehrsgruppen, die im Straßenverkehr am meisten gefährdet sind, haben oft den Eindruck, dass sie an Ampeln nur eine geringe Priorität haben und das, obwohl sie am umweltfreundlichsten sind“, erläutert Andrea Wieneke den Ansatz ihrer Idee. „Viele missachten das Rotsignal daher oder steigen lieber direkt in das Auto, da man damit ja schneller ist“, so Wieneke weiter. Folge dieses Verhaltens sind dann einerseits Unfälle aufgrund der Missachtung des Rotsignals, andererseits aber überfüllte Straßen und Parkplätze und hohe Emissionswerte im innerstädtischen Bereich. Dies mindert die Lebensqualität in unseren Innenstädten. Mittels Wienekes Idee für „MyPriority“ können im Verkehr an Ampeln die richtigen Prioritäten gesetzt und der emissionsfreie und platzsparende Rad- und Fußverkehr gefördert sowie Unfälle aufgrund von Missachtung des Rotsignals vermieden werden.

„Zurzeit ist es erstmal eine Idee für die noch einige Entwicklungen notwendig sind, wie beispielsweise eine geeignete App für Smartphones, ein spezieller Empfänger sowie eine entsprechende Steuerlogik für die Ampeln, mit der die Priorisierung der verschiedenen Verkehrsgruppen möglich ist“, sagt Wieneke. Die innovative Idee kam aber auch jetzt schon gut bei der Jury des Deutschen Mobilitätspreises an und landete verdient auf Platz zwei.

Mit dem Deutschen Mobilitätspreis möchten die Initiative „Deutschland- Land der Ideen“ und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur intelligente Mobilitätslösungen und digitale Innovationen öffentlich sichtbar machen. Bei der Open-Innovation-Phase sind alle Bürgerinnen und Bürger gefragt und können auf einem Ideenportal ihre Ideen für die Mobilität von Morgen einreichen. Bewertet werden die Ideen von einer Expertenjury. Wichtige Kriterien dabei waren in diesem Jahr, dass die Idee mithilfe der Digitalisierung einen innovativen Ansatz für die aktuellen oder zukünftigen Herausforderungen der Mobilität entwickelt. Außerdem mussten die Ideen einen Innovationscharakter gegenüber bereits bestehenden Lösungen aufweisen und dem Jahresthema 2017 „Sicherheit und Zuverlässigkeit“ entsprechen.