Stadt Paderborn setzt auf alternative Antriebe

Ausstattung im Technischen Rathaus besitzt Vorbildcharakter

© Stadt PaderbornMobilitätskonzept

Die Stadtverwaltung Paderborn ist mit ihrem modernen und ganzheitlichen Mobilitätsmanagement deutschlandweit beim Einsatz von Elektro-Fahrzeugen hervorragend aufgestellt. Bis vor etwa zwei Jahren setzten die Beschäftigten der Stadtverwaltung im Technischen Rathaus für dienstliche Außentermine noch ihre privaten Pkw mit Verbrennungsmotor ein, was neben einem deutlich höheren Verkehrsaufkommen auch zum vermehrten Ausstoß von Emissionen führte. Seit der Einführung eines neuen Konzeptes zur betrieblichen Mobilität hat sich dies grundlegend geändert.

Möglich macht dies ein leistungsfähiger und vor allem umweltfreundlicher Fahrzeugpool am Standort Pontanusstraße, der schon heute zu einem Drittel aus rein elektrisch betriebenen Pkw besteht. Der verursachte CO²-Ausstoß durch die Dienstfahrten konnte damit deutlich gesenkt werden. Die Stadt Paderborn hatte zuvor eine umfangreiche Fahrdatenanalyse der Dienstfahrten vorgenommen. Eines der Ergebnisse: Etwa 90 Prozent aller Dienstfahrten auf kurzen Strecken werden innerhalb des Stadtgebietes durchgeführt. Die Ergebnisse hieraus gaben letztlich den Ausschlag, zukünftig vermehrt auf alternative Antriebe zu setzen.

„Wir könnten, trotz der noch immer geringeren Reichweite eines Elektroautos gegenüber den herkömmlichen Verbrennern, fast den gesamten Fahrbedarf unserer Beschäftigten mit Elektromobilität decken“, erklärt Projektleiterin Monika Bürger. Die Kosten für den Aufbau der notwendigen Ladeinfrastruktur fielen dank eines Zuschusses des heimischen Energieversorgers Westfalen Weser Netz vergleichsweise günstig aus. Die Buchung und Übergabe der Fahrzeuge an die Beschäftigten erfolgt durch eine komfortable und transparente digitale Buchungsplattform einfach und umstandslos. „Wir haben derzeit viele Anfragen von anderen öffentlichen Verwaltungen zu unserem Konzept“, sagt Monika Bürger. „Sogar aus dem fernen Freiburg war eine Abordnung zu Gast, um sich über die betriebliche Mobilität der Stadtverwaltung zu informieren.“ Reinhard Nolte, der als Betriebsleiter des Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetriebs (ASP) für die Beschaffung und Wartung der Fahrzeuge sorgt, betont ebenfalls den innovativen Ansatz der Stadt. „Uns erreichen im Moment viele Anfragen von öffentlichen Verwaltungen aus ganz Deutschland zu unserem betrieblichen Mobilitätskonzept.“

Aufgrund der guten Erfahrungen im Technischen Rathaus soll das System auch zeitnah am Verwaltungsstandort Hoppenhof eingeführt werden. Dort werden ebenfalls verstärkt Elektrofahrzeuge zum Einsatz kommen, zumal sich die kleinen, aber kraftvollen „Stromer“ bei den Beschäftigten mittlerweile großer Beliebtheit erfreuen. Die digitale Buchung der bereits vorhandenen Fahrzeuge wird in absehbarer Zeit auch am Standort Abdinghof möglich sein: Wer dann ein Auto nutzt, bekommt mithilfe eines persönlichen RFID-Codes Zugang zum Fahrzeug und kann sofort losfahren.

Der städtische Fahrzeugpool wird durch ein Angebot an ÖPNV-Karten, Fahrrädern, E-Bikes und Elektro-Motorrollern ergänzt. Im Sinne der Mobilitätsvermeidung, die Inhalt des städtischen Mobilitätskonzeptes ist, wurden zudem technisch und organisatorisch die Voraussetzungen für Home-Office-Lösungen geschaffen. So haben beispielsweise Beschäftigte mit einem längeren Anfahrtsweg die Möglichkeit, das Einpendeln zu den Verwaltungsgebäuden zu reduzieren.

„Durch diesen ,Mobilitätsmix‘ soll sowohl den ökonomischen als auch den ökologischen Aspekten Rechnung getragen werden“, sagt Monika Bürger. „Gleichzeitig hat die Stadt auch eine Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit im Blick, beispielsweise durch die Möglichkeit, dienstliche Fahrzeuge gegen Kostenerstattung auch privat zu nutzen.“

Auch die städtischen Eigenbetriebe setzen bereits auf alternative Antriebe. Der ASP hat seit etwa dreieinhalb Jahren einen elektrisch betriebenen Pkw erfolgreich im Einsatz. Dieser wird verstärkt durch die Abfallberatung für Außentermine genutzt.
Daneben steht dem Stadtentwässerungsbetrieb (STEB) seit längerem für Dienstfahrten ein E-Pkw zur Verfügung, der mit der entsprechenden Ladeinfrastruktur am Gruppenklärwerk in Sande installiert wurde.