Mit Tanz und Trillerpfeifen gegen Gewalt an Frauen
Paderborn beteiligt sich an weltweiter Protestaktion
Ganz schön laut wurde es vor dem Rathaus, als die Trommelgruppe „Kadha Kidole“ und zahlreiche Männer und Frauen sich mit Trillerpfeifen auf die Protestaktion „ONE BILLION RISING“ einstimmten. Auch der Paderborner Bürgermeister Michael Dreier griff mitunter zu einer Rassel und beteiligte sich an der Aktion: „Ich freue mich, dass Sie zusammengekommen sind, um sich bemerkbar zu machen gegen Gewalt gegen Frauen. Das betrifft uns alle!“
In über 200 Ländern weltweit nahmen Menschen an der Kampagne „ONE BILLION RISING“ teil, um tanzend ein neues Bewusstsein und das Ende der Gewalt an Frauen zu fordern. In Paderborn zeigte sich zum 4. Mal der Paderborner Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ für die Durchführung verantwortlich. Gefördert wurde er von der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn. „Es werden jedes Mal mehr – und die Proteste haben sich gelohnt“, freute sich Dagmar Drüke, Leiterin der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn. So wurde im letzten Jahr das neue Sexualstrafgesetz verabschiedet, dass „Nein“ auch „Nein“ heißt, was auf zahlreichen Schildern zu lesen ist.
Auch Bürgermeister Michael Dreier freute sich über die Erfolge, auch wenn die Zahlen von gewalttätigen Übergriffen an Frauen und Mädchen weiter erschreckend hoch seien. Im Kreis Paderborn wurden im Jahr 2015 124 Anzeigen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, 218 Anzeigen von häuslicher Gewalt und 65 Anzeigen auf Nachstellung polizeilich registriert. „Umso wichtiger ist es, sich mit Frauen und Mädchen zu solidarisieren und das Bewusstsein gegen Gewalt an Frauen in die Öffentlichkeit zu rücken und nicht wegzuschauen, dafür sind wir hier“, so der Paderborner Bürgermeister in seiner Begrüßung. Es sei die Aufgabe der Stadt, einen wirksamen Schutz sicher zu stellen und zu gewährleisten. Darum nehme die Stadt besorgte Anfragen von Bürgerinnen und Bürgern sehr ernst, erklärte Michael Dreier und verkündete gleichzeitig, dass die Stadt Paderborn das Sicherheitspersonal bis in die späten Abendstunden aufstocken werde.
„Setzen Sie sich über Grenzen hinweg und setzen Sie ein Zeichen. Tanzen Sie!“ Gemeinsam mit Dagmar Drüke lud Michael Dreier alle anwesenden Frauen und Männer ein, zu dem Song „Break the Chain“ einen Smartmob zu tanzen. „Der Tanz ist ein Sinnbild zur Befreiung von Gewalt“, erklärte die Gleichstellungsbeauftrage Dagmar Drüke die Choreographie. „Machen Sie Krach und Alarm, Trillern Sie und Tanzen Sie.“ Viele Frauen und Männer schlossen sich der Aufforderung an und auch der Bürgermeister Michael Dreier ließ es sich nicht nehmen, um gegen Gewalt an Frauen zu tanzen und auf die Aktion aufmerksam zu machen.