Emanzipation im Islam

Sineb El Masrar liest anlässlich des internationalen Frauentages im Rathaus

© privatSineb El Masrar

„Die Quelle des Fortschritts und das Fundament im Islam sind eindeutig weiblich“, sagt die Autorin Sineb El Masrar. Nur weil seit Generationen männliche Dominanz herrscht und das Patriarchat sich als hartnäckiges Konzept behauptet, bedeutet das nicht, dass es auch gut so ist. Muslimische Frauen müssen endlich den Mut haben, ihre Rechte einzufordern. Ohne Kompromisse.

Im Rahmen des Internationalen Frauentages und in enger Zusammenarbeit der Buchhandlung Linnemann mit der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn ist Sineb El Masrar am Mittwoch, 8. März, um 19.30 Uhr zu Gast im Historischen Rathaus Paderborn. Dort liest sie aus ihrem Buch „Emanzipation im Islam – Eine Abrechnung mit ihren Feinden“. Karten gibt es für fünf Euro, ermäßigt drei Euro, in den Linnemann-Buchhandlungen.

Die Autorin spricht darüber, was und vor allem wer muslimische Frauen heute in Deutschland und weltweit daran hindert, ein emanzipiertes und selbstbestimmtes Leben zu führen, ob es ihre Sexualität, Liebe, Partnerschaft betrifft oder Familie und Erziehung. Ohne die Frau gäbe es keinen Islam. Und doch präge ihre Unterdrückung durch patriarchale Strukturen die Geschichte des Islam bis in unsere Gegenwart.

Kopftuch-Debatte, Dramen um Zwangsehe und sogenannte Ehrenmorde seien Ausdruck von Ungerechtigkeit, die im Privaten beginne und sich ihren Weg in den öffentlichen Raum bahne. Besonders für die junge Generation müsse mehr individuelle Entfaltung möglich sein sowie eine Auseinandersetzung mit den theologischen Quellen. Dass dem auch in Deutschland muslimische Organisationen und Verbände entgegenwirken, ist einer der Hauptkritikpunkte der Autorin. Sie müssten endlich Verantwortung übernehmen, um Islamisten nicht die Deutungshoheit zu überlassen.

Sineb El Masrar wurde 1981 als Tochter marokkanischer Einwanderer in Hannover geboren. 2006 gründete sie das multikulturelle Frauenmagazin „Gazelle“, war in der Arbeitsgruppe „Medien und Integration“ im Kanzleramt und Mitglied der Deutschen Islam Konferenz. Sie lebt heute in Berlin.