Ein Kaufmann als Kunstfreund
Gemäldesammlung von Hermann Hugo Neithold in der Städtischen Galerie in der Reithalle
Noch bis zum 17. September zeigt die Städtische Galerie in der Reithalle die Gemäldesammlung von Hermann Hugo Neithold in Schloß Neuhaus.
Um die Jahrhundertwende gehörte es zum bürgerlichen Selbstverständnis, eine Kunstsammlung zusammenzutragen. Berlin, München, Frankfurt, Hamburg und Dresden waren die Zentren des Sammelns. Ein solcher bürgerlicher Sammler war Hermann Hugo Neithold (1862-1939), der in Leipzig geboren wurde und später nach Dresden zog. Durch seine Tätigkeit als Kaufmann und Prokurist erwarb er großes Ansehen und gelangte auch zu einem hohen Einkommen, welches er zu großen Teilen in Kunstbesitz anlegte.
Er interessierte sich vor allem für zeitgenössische Gemälde ab 1850, insbesondere für die Werke der Münchner Schule. Diese wurden mit Werken der Berliner und Münchner Sezession ergänzt. Die Sammlung, die bis heute vollständig geblieben ist, enthält Porträts, Landschaften, Stillleben und Genrebilder von Künstlern wie Lovis Corinth, Franz Defregger, Wilhelm von Diez, Max Liebermann, Eduard Schlich d. Ä., Carl Spitzweg und Wilhelm Trübner.
Die Sammlung repräsentiert die Kunstsinnigkeit und Geschmackskultur eines bürgerlichen Kaufmanns des frühen 20. Jahrhunderts. Durch die Ergänzung von 30 ausgewählten Werken der Kunstsammlungen und Museen Augsburg entsteht so eine Ausstellung von besonderem Reiz.