LIBORI 2017: Gemeinsame Ausstellung zur Städtefreundschaft

Archives du Mans und Stadt- und Kreisarchiv Paderborn kooperieren

© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornSommerkarneval, Rose
© Stadt- und Kreisarchiv PaderbornPferdetreck, Hennig

Im Juni 1967 besiegelten die Städte Le Mans und Paderborn ihre Partnerschaft, sodass in diesem Jahr das 50-jährige Jubiläum gefeiert werden kann. Das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn und das Archives du Mans zeigen aus diesem Anlass eine gemeinsame Ausstellung mit Bildern und Erläuterungstexten, die die Geschichte der Verbindung zwischen Pader und Sarthe nachzeichnet.

Diese beginnt bekanntlich 836 mit der Überführung der Reliquien des hl. Liborius, Bischof von Le Mans, nach Paderborn. Diese kirchliche „Liebesbruderschaft“ dauert seit nun fast 12 Jahrhunderten an und war der Grund für den damaligen Paderborner Bürgermeister Christoph Tölle, eine Partnerschaft gerade mit Le Mans zu suchen. Solche Partnerschaften wurden nach den furchtbaren Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges ab den 1950er-Jahren zahlreich gegründet mit dem Ziel, dauerhaften Frieden und Einheit in Europa zu erreichen.

Die Ausstellung, die fast zeitgleich in Le Mans und in Paderborn gezeigt und in Paderborn am 23. Juli durch beide Bürgermeister eröffnet wird, zeigt auf 23 Tafeln mit rund 110 Abbildungen beide Aspekte der Verbindung. Nacherzählt werden die Frühgeschichte der Translatio und die Begründung der kirchlichen „ewigen Liebesbruderschaft“, Libori-Feierlichkeiten mit teils kuriosen Prozessionen und die wechselseitigen Hilfsmaßnahmen in schwierigen Zeiten.

Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Städtepartnerschaft des Jahres 1967 und der Geschichte(n) der vielfältigen Kooperationen auf kulturellem, sportlichem, wirtschaftlichem Gebiet und auf den Schulen und Universitäten; denn es war gerade die Jugend, auf die die Väter der Partnerschaft – Chapalain, Tölle und Maury – ihre Hoffnung setzten. Eine besondere Bedeutung kommt sicher der Partnerschaft zwischen dem Verband der Heimkehrer und dem französischen Schwesterverband zu, eine symbolische Kraft besitzen die Aktionen der Amateurfunker beider Städte oder der Austausch von Briefkästen. All diese Geschichten und viele mehr werden erzählt.

Die Ausstellung ist zweisprachig, aber nicht in exakt wörtlicher Übersetzung. Sie bietet damit auch für den fremdsprachlichen Unterricht ein großes Potential und kann nach Ausstellungsende von Schulen entliehen werden. Begleitend erscheinen eine ebenfalls zweisprachige Broschüre, die frei erhältlich ist, und ein Film, in zwei Sprachvarianten, über die Städtepartnerschaft seit 1967, der wie andere Filme des Stadt- und Kreisarchivs auf dem youtube-Kanal der Stadt Paderborn zu sehen ist.

Die Ausstellung ist am 22. und 23. Juli, jeweils von 10 bis 18 Uhr, im künftigen Stadtmuseum am Abdinghof zu sehen. Vom 24. Juli bis 30. August wird sie in der Galerie „Bilderbogen“, Am Abdinghof 11, präsentiert. Dann ist die Ausstellung montags bis mittwochs von 8 Uhr bis 16.30 Uhr, donnerstags von 8 Uhr bis 18 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 12.30 Uhr geöffnet.