Sprache mal anders
Erstmals Dolmetscherinnen für Gebärdensprache beim Internationalen Fest der Begegnung im Einsatz
Jüngst konnten sich Gehörlose im Schloß- und Auenpark bei einer Führung über das Gelände über die Angebote der teilnehmenden Vereine beim Internationalen Fest der Begegnung informieren. Durch den Einsatz von Gebärdensprachdolmetscherinnen war es den rund 40 gehörlosen Menschen möglich, an dem Fest teilzuhaben und in den direkten Kontakt mit den hörenden Besucherinnen und Besuchern zu treten.
„Barrieren aufzeigen und abbauen sowie Begegnungen für und zwischen den Menschen ermöglichen, ist ein wichtiger Bestandteil des Inklusionsprozesses“, so die Mitarbeiterinnen der städtischen Koordinierungsstelle für Inklusion und Integration, Anita Schramm und Stefanie Laufkötter. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass insgesamt vier Gebärdensprachdolmetscherinnen vor Ort waren.
„Wir brauchen mehr mutige Menschen wie Sie, die uns dabei helfen, Barrieren überhaupt erst einmal wahrzunehmen“, ermutigten sie die gesamte Teilnehmergruppe sich aktiv in den Prozess einzubringen. Schließlich sei Gehörlosigkeit im Gegensatz zu einer körperlichen eine nicht sichtbare Behinderung.
Horst Freisinger beteiligt sich schon länger aktiv an dem Paderborner Inklusionsnetzwerk „Mit uns zum Wir“. Er hat unter anderem durch seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe „Dienstleistung und Kommunikation“ initiiert, dass die Führung mittels zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen zustande kam. Zwei weitere Dolmetscherinnen haben parallel das gesamte Programm auf der Bühne beim Brunnentheater in die Gebärdensprache übersetzt.
Am Indischen Abend, dem diesjährigen Vorabendprogramm zum Internationalen Fest der Begegnung, konnten die Gehörlosen ebenfalls teilhaben. Auch das Abendprogramm wurde in die Gebärdensprache übersetzt. Mehr als 20 gehörlose Menschen hatten sich Tickets für den Abend gekauft und freuten sich darüber, mitten im mit rund 230 Personen gefüllten Saal Platz nehmen zu dürfen.
Neben den Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Dienstleistung und Kommunikation“ und den Mitarbeiterinnen der Koordinierungsstelle wünschen sich alle Beteiligten an der rundum gelungenen Veranstaltung mehr kulturelle Angebote, die für Gehörlose durch das Übersetzen in die Gebärdensprache zugänglich gemacht werden. So berücksichtigt die städtische Gleichstellungsstelle etwa für den Internationalen Frauentag oder das Politische Frauenfrühstück einen Etat zur Finanzierung der Übersetzungsleistung.