Kritik am europäischen Konstrukt

Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate hielt Festvortrag beim Libori-Mahl

© Stadt PaderbornGoldenes Buch, Jens Reinhardt

„Wer Europa bewahren will, muss Afrika retten“. So lautet der aussagekräftige Titel, unter den Dr. Prinz Asfa-Wossen Asserate, Großneffe des letzten äthiopischen Kaisers Haile Selassie und Träger des Bundesverdienstkreuzes, seinen Festvortrag beim Libori-Mahl am Sonntagabend im Paderborner Rathaus stellte. Er referierte vor rund 200 geladenen Gästen aus Kirche, Politik, Wirtschaft und öffentlichem Leben der Stadt und Region. Zuvor trug er sich im Trauzimmer des Rathauses in das Goldene Buch der Stadt Paderborn ein.

„65,3 Millionen Menschen sind auf der Flucht, 24 Menschen verlassen pro Minuten ihre Heimat“, sagte Asfa-Wossen Asserate. Der 68-Jährige macht für diese Entwicklung mehrere Aspekte verantwortlich: Neben dem hohen Bevölkerungswachstum seien dies vor allem ein unfairer Handel und eine in Teilen verfehlte Entwicklungshilfe. Asserate forderte ein unabhängiges internationales Kontrollgremium, eine Art internationalen Rechnungshof sowie einen "Marshall-Plan" für Afrika als ein europäisches Projekt.

Prinz Asfa-Wossen Asserate betonte, dass die beste Entwicklungshilfe gute Wirtschaftsbeziehungen seien und machte deutlich, dass die Landwirtschaft der Schlüssel für die Entwicklung des afrikanischen Kontinents sei.

Otto Drosihn, neuer Gildemeister, hatte eingangs die Gäste und den Festredner begrüßt und gefragt: Ist Europa in die Jahre gekommen? Sind die derzeitigen Krisen und Herausforderungen beherrschbar? Flüchtlingskrise, Globalisierung und Digitalisierung seien nur einige Stichwörter, auf die Antworten gegeben werden müssten. Als profunder Kenner Afrikas könne der Festredner zu dieser Thematik sehr viel beisteuern.