Wie Jugendliche ihre Stadt wahrnehmen

Projekt „Mit 17 … Jugend in Paderborn“ beschäftigt sich auf unkonventionelle Weise mit der Sichtweise auf die Stadt

© Stadt PaderbornMit 17 ..., Katharina Multhaupt

Wie sehen Jugendliche ihre Stadt, wie sehen sie sich selbst und wie lebt es sich im Paderborner Mikrokosmos? – Diesen und weiteren Fragen geht ein neues Projekt des Paderborner Stadtmuseums nach. Unter dem Titel „Mit 17 … Jugend in Paderborn“ möchte es Jugendliche und junge Erwachsene zwischen etwa 16 und 20 Jahren dazu einladen, über ihre Stadt, in der sie leben und aufwachsen, zu sprechen. „Uns interessiert, welche Sichtweise Jugendliche auf Paderborn haben, zu welchen Anlässen und an welchen Stellen und Orten die Stadt Paderborn eine Relevanz für sie hat und welche Wünsche und Erwartungen sie haben“, sagt Dr. Bernd Apke, Projektleiter und Mitarbeiter im städtischen Kulturamt.

„Mit 17 … Jugend in Paderborn“ wird von der Kulturstiftung des Bundes im Fonds „Stadtgefährten“ gefördert und soll Jugendliche in einer eher unkonventionellen Weise an das zeitgenössische Konzept eines Stadtmuseums heranführen. „Es geht nicht mehr nur darum, historische Objekte der Stadtgeschichte zu sammeln, zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln“, erklärt Apke. Vielmehr solle versucht werden, „das Stadtmuseum als lebendiges Zentrum einer jugendlichen Kommunikation über die Konzepte von 'Stadt' und über das im Museum Bewahrenswerte zu verorten.“

Das Projekt besteht aus zwei Teilen: zum einen aus Workshops, die mit verschiedenen Partnern realisiert werden, und zum anderen aus einer Ausstellung im neuen Stadtmuseum, die für April 2018 geplant ist. Die Reihe der Workshops beginnt im Juli und setzt sich kontinuierlich bis ins Frühjahr des kommenden Jahres fort.

Die Workshops seien ein wichtiger Teil des Projekts, wie Apke betont: „Wir haben starke Partner aus Stadt und Region gewinnen können, die zeitgemäße und originelle Ideen entwickelt haben, um mit den Jugendlichen über verschiedene Aspekte ihrer Stadt ins Gespräch zu kommen.“ So können die Jugendlichen vielleicht erstmals der aussterbenden Mundart Paderbörnsk begegnen. In anderen Workshops können sie ihrer Sicht auf Paderborn zum Beispiel mit Hilfe von Video, Fotografie oder von Apps Ausdruck verleihen oder in Zusammenarbeit mit dem Campusradio der Universität lernen, wie man ein Bild der Stadt über den Äther prägen kann.

Die geplante Ausstellung im Stadtmuseum wird Ergebnisse der Workshops aufgreifen und Werkstattcharakter haben. Die Schau wird zusammen mit den Jugendlichen als Experten entwickelt. Die verschiedenen Projektpartner bilden mit dem Stadtmuseum ein kreatives Netzwerk, das neue Formate der Zusammenarbeit, Ausstellungsformate und ungewöhnliche Ausstellungsorte ermöglicht. „Ich wünsche mir, dass das Stadtmuseum zu einem Ort jugendlicher Kommunikation über die Gegenwart und Zukunft Paderborns wird“, sagt Apke.

Die offizielle Auftaktveranstaltung zum Projekt „Mit 17 … Jugend in Paderborn“ findet am Samstag, 24. Juni, von 16 bis 19 Uhr im Projektraum kö10 (gesprochen: kö hoch 10) am Königsplatz 10 in Paderborn statt. Dort können sich Jugendliche über die verschiedenen Workshops informieren und deren Leiter kennenlernen. Außerdem können vor Ort kostenlos Rucksäcke bedruckt werden, es gibt Getränke und Musik.

Projektpartner sind unter anderem die Paderborner Kreaturen, der Lektora-Verlag, das Campusradio "L'Unico", das Historische Seminar der Uni Paderborn in Verbindung mit dem Stadtarchiv, das Institut für Kunst/Musik/Textil der Uni Paderborn, das Jugendamt der Stadt Paderborn sowie der Künstler Wolfgang Brenner und der Choreograf und Tänzer Fabrice Jucquois.

Weitere Informationen über das Projekt gibt es im Internet unter www.paderborn.de/mit17.
Aktuelle Veranstaltungen werden, zeitlich angepasst, auch unter www.facebook.de/Mitsiebzehn zu finden sein.