„Die erste Walpurgisnacht“ und „Peer Gynt“
Chorwerke von Mendelssohn und Grieg zum Abschluss der Sinfoniekonzertsaison am Mittwoch, 5. Juli, 19.30 Uhr im Schützenhof Paderborn
Was kommt heraus, wenn zwei absolute Superprofis wahnsinnig viel Spaß an einer Arbeit haben? Antwort: Ein richtig gutes Produkt, dem man den Spaß des Entstehungsprozesses noch anmerkt.
Die beiden Superprofis sind Johann Wolfgang von Goethe (Text) und Felix Mendelssohn Bartholdy (Musik), das Produkt heißt „Die erste Walpurgisnacht“. Zu hören ist das Stück im Konzert am Mittwoch, 5. Juli, um 19.30 Uhr mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Städtischen Musikverein Paderborn und dem Madrigalchor Brakel unter der Gesamtleitung von Marbod Kaiser im Schützenhof - denn in der Paderhalle, in der diese Art von Konzerten sonst stattfindet, wird gerade umgebaut.
In der ersten Hälfte des Konzerts, noch vor der „Walpurgisnacht“, erklingen Teile aus „Peer Gynt“. Auch dieses Werk war eine Zusammenarbeit eines großen Dichters, nämlich Henrik Ibsen, mit einem großen Komponisten, nämlich Edvard Grieg. Vorgestellt werden im Konzert ausschließlich die Frauengeschichten von Ibsens Dramenheld: Mit der Hoferbin Ingrid, den lusthungrigen Sennerinen, der hässlichen Tochter des Bergkönigs, der arabischen Tänzerin Anitra und der treuen Solveig. Es erklingen berühmte Stücke wie „In der Halle des Bergkönigs“ und „Solveigs Lied“. Peer Gynt wird gesprochen von Max Rohland, bekannt vom Theater Paderborn, Solveig wird gesungen von Simone Krampe (Sopran), Anitra von Evelyn Krahe (Alt). Außerdem singen drei Studentinnen die Rollen der Sennerinnen. Es moderiert Christoph Gockel-Böhner.
Der Hauptteil des Abends gehört aber der „Walpurgisnacht“. Die Solopartien singen Christoph Stephinger (Bass), Stephen Chambers (Tenor) und Evelyn Krahe (Alt). In Mendelssohns „Die erste Walpurgisnacht“ hört man Anklänge an seine Werke „Paulus“, „Elias“ und „Lobgesang“, aber auch an seine „Sommernachtstraum“-Musik. All diesen Stücken steht die „Walpurgisnacht“ in nichts nach, nur dass nicht biblische Gestalten oder Shakespeares Figuren im Mittelpunkt stehen, sondern „deutsche Heidenpriester“ (Goethe). Goethe hatte nämlich eine sehr irdische Erklärung für die Entstehung der Legende, dass sich im Harz in der Walpurgisnacht Hexen und Geister versammeln, „irgendwo gefunden“: Der ganze Geisterspuk war demnach nur vorgetäuscht, um gewaltbereite christliche Missionare zu erschrecken. Um den heidnischen Ritus vor den bewaffneten christlichen Bekehrern zu schützen, sei man auf die Idee gekommen, ihnen den Teufel, den sie fürchteten, vorzugaukeln. Goethe machte daraus eine Ballade, die Mendelssohn mit viel Humor in ein mitreißendes Werk für Chor und Orchester verwandelte.
Das Konzert ist Teil der städtischen Abo-Reihe der Sinfoniekonzerte.
Karten zu Preisen zwischen 32 und 10 Euro gibt es im Ticket-Center am Marienplatz 2a in Paderborn, Tel. (05251) 2 99 75 0.