Ein Motorrad fürs neue Stadtmuseum
Paderborner übergibt „Anker“ aus dem Jahr 1952
Ein besonderes Stück „rollende“ Stadtgeschichte konnte Markus Runte vom Stadtmuseum von Richard Kosfeld entgegennehmen: Der Paderborner Sammler historischer Fahrzeuge überlässt der städtischen Sammlung ein von der „PAMAG“, der Paderborner Maschinenbau AG, gebautes Motorrad der Marke „Anker AS-150“. Das Motorrad mit einem Gesamtgewicht von 245 Kilogramm und einem Hubraum von 147 Kubikzentimeter stammt aus dem Jahr 1952.
Die PAMAG war ein Tochterunternehmen der Bielefelder Anker-Werke, das 1949 auf dem Gelände des ehemaligen Paderborner Fliegerhorstes am Mönkeloh gegründet wurde. Die bis dahin still liegende Fertigung von Motor- und Fahrrädern wurde nach dem Zweiten Weltkrieg nach Paderborn verlegt, mehr als 60 Paderborner fanden zunächst hier Arbeit. Die Fabrikation erfolgte in zwei Stockwerken. Bereits ein Jahr später stieg die Belegschaft auf 150 Mitarbeiter in Verwaltung und Produktion.
Jeden Tag wurden hier bis zu 50 Motorräder produziert. Das Motorrad konnte in den Farben Grün, Weinrot, Grau und Schwarz erworben werden. Um eine bessere Straßenlage zu erzielen, lag der Motor sechs Zentimeter tiefer als gewöhnlich. Der Benzintank fasste bis zu acht Liter Sprit. Ein Doppelrahmen und eine Hinterradfederung eigener Konstruktion waren ausgezeichnete Vorzüge des Anker-Motorrades. Sogar bis nach Südamerika wurde das Rad exportiert. Das Motorrad kostete 720 DM – eine zu der Zeit nicht leicht erschwingliche Summe. Allerdings zwangen bereits 1953 wirtschaftliche Probleme die PAMAG wieder aufzulösen, die Zweiradfertigung wurde an die Panther-Werke AG in Braunschweig abgegeben.
Das Stadtmuseum wird seine Sammlungen kontinuierlich ausbauen. Interessierte, die Objekte zu stadtgeschichtlichen Themen an das Museum weitergeben möchten, können sich per Mail an stadtmuseumpaderbornde melden oder auch unter Tel. (0 52 51) 88 10 52.