„Ekstase ist nur eine Phase“

Barbara Ruscher verwandelt Kulturwerkstatt in ein Tal der Lachtränen

© Gleichstellungsstelle der Stadt PaderbornBarbara Ruscher

Mit glasklarem Blick und messerscharfem Humor begeistert die Kölner Kabarettistin Barbara Ruscher auf Einladung der städtischen Gleichstellungsstelle die ausverkaufte Kulturwerkstatt zum Internationalen Frauentag 2017. Ihr Seziermesser setzt überall da an, wo in unserer Gesellschaft etwas im Argen liegt. Der komplette Verzicht auf den erhobenen Zeigefinger zugunsten eines lachmuskelstrapazierenden Witzes voller Intelligenz und Lakonie, verwandelt die Kulturwerkstatt einmal mehr in ein Tal der Lachtränen.

Ekstase findet Ruscher in allen Bereichen: Im modernen Verhältnis der Geschlechter, aber auch bei Massentierhaltung, beim Datenklau im Punktesammeln, bei der Billigproduktion und der Wahl von Ernährungskonzepten („Der Pavian ernährt sich überwiegend vegan – dann guckt mal, wie sein Hintern aussieht!“). Der nahtlose Wechsel vom Politischen ins Erotische gelingt ihr ebenso charmant wie die Kunst, die Welt nicht moralinsauer, aber wunderbar ätzend zu spiegeln. Vom „Eichhörnchentoupé“ eines Donald Trump über die mit Plastikblumen behangenen Lenker der hollandradfahrenden Akademikerinnen in Köln-Sülz („100% ökologisch: Plastik ist schließlich aus Erdöl“) bis hin zum Schwangerschaftsreport eines (noch) Ungeborenen („Dann bin ich da, muss hässlich sein, alle weinen…“): Barbara Ruscher beherrscht die gesamte Klaviatur des grotesken Humors. Das Paderborner Publikum dankt es ihr und verlangt frenetisch klatschend nach einer Zugabe.

Wieder einmal ein „Lila Salon“ par excellence: „Mit dem köstlichen orientalischen Buffet des aramäischen Frauenvereins Turo Dislo e.V. und einer gut aufgelegten Kabarettistin: So wünschen wir uns das!“, freut sich auch die Gastgeberin Dagmar Drüke mit ihrem Team der Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn, die jetzt bereits damit beginnen, den Lila Salon 2018 zu planen.