Die Meistersinger von Nürnberg

Oper von Richard Wagner in der PaderHalle

© Landestheater/SchomburgMeistersinger von Nürnberg
© Landestheater/SchomburgMeistersinger

Am Sonntag, 26. März, um 16 Uhr kommen in der PaderHalle erstmals Richard Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ in Paderborn als Oper auf die Bühne.
Die Chance, das große Werk in Paderborn zu hören, ist extrem selten, und bei der ersten Aufführung in Paderborn vor 66 Jahren waren im damaligen Kolpingsaal die Voraussetzungen einfach nicht ausreichend - deswegen gab es damals nur eine konzertante Teil-Aufführung.
Diesmal aber kann das Landestheater Detmold seine hochgelobte Produktion in Paderborn vollständig zeigen. Danach, so lässt sich prognostizieren, wird es wahrscheinlich wieder mehrere Jahrzehnte dauern bis zur nächsten Aufführung in Paderborn.

Wagners einzige heitere Oper ist eines der Stücke, die man als Theater- und Musikfreund einmal erlebt haben muss. Hier kommt sie in einer erfrischenden Produktion zum günstigen Eintrittspreis. Regisseur und Intendant Kay Metzger, Generalmusikdirektor Lutz Rademacher und Ausstatterin Petra Mollérus ist es gelungen, das Riesenwerk musikalisch und szenisch transparent und witzig zu gestalten, ohne allzu viel intellektuellen und historischen Ballast. Nicht zuletzt aufgrund dieser aktuellen Regie-Arbeit hat das Theater Ulm Kay Metzger inzwischen als neuen Intendanten ab 2018 nach Schwaben berufen.

Die Oper erzählt von den dichtenden Handwerksmeistern, die nur den in ihren Meistersinger-Kreis aufnehmen, der die althergebrachten Regeln ihrer Dichtkunst beherrscht und sich daran hält. Walther von Stolzing ist weder Handwerker noch hat er vom Dichten nach Regeln eine Ahnung, aber er ist in Eva Pogner verliebt, die Tochter des Goldschmieds. Und da der Goldschmied seine Tochter Eva nur einem Meistersinger zur Frau geben will, versucht sich Stolzing an einem Meistergesang. Das geht gründlich schief. Der Stadtschreiber Beckmesser, selbst an Evchen Pogner interessiert, weist ihm haarklein jeden Fehler nach. Aber der Schuster und Ober-Meistersinger Hans Sachs greift behutsam ein. Nachts kommt es zur Massenprügelei in Nürnbergs Straßen und im letzten Akt auf der Festwiese zum dichterischen und sängerischen Showdown.

Die wenig innovationsfreudige Meistersinger-Gesellschaft legt das Landestheater ins Nürnberg der 1950er Jahre mit entsprechender Mode und Architektur. Eine Besonderheit der Produktion: Ein stummer Kobold ist fast unentwegt auf der Bühne und macht die Geschehnisse der Johannisnacht beinahe zum Sommernachtstraum. Besonders diese Figur nimmt dem Stück die Schwere. Gespielt wird er von dem Tänzer Gaëtan Chailly, der auch in Paderborn Ballettunterricht gibt. Einen Kurzauftritt auf der Bühne hat auch Marbod Kaiser, Chordirektor des Städtischen Musikvereins Paderborn und des Landestheaters Detmold.

Die Aufführung beginnt um 16 Uhr. Es gibt zwei ausgiebige Pausen von jeweils einer Dreiviertelstunde mit Zeit für einen Spaziergang oder einen Imbiss, den die PaderHalle anbietet. Um etwa 22 Uhr ist die Vorstellung beendet.

Einführungen bei freiem Eintritt bieten Elisabeth Wirtz vom Landestheater Detmold eine Woche vor der Vorstellung am Sonntag, 19. März, um 17 Uhr im Rathaus und Paderborns Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner am Freitag, 24. März um 17.45 Uhr im Deelenhaus in der Krämerstraße. Gockel-Böhner betitelt seine Einführung mit einem Zitat aus dem Stück: „Das klingt mir alles fremd vorm Ohr!“ Wem es auch so geht und wer vor der Überlänge erschreckt, dem macht Gockel-Böhner die waghalsige Versprechung, dass man mit seiner Einführung gute Chancen habe, mit den Meistersingern einen fröhlichen Sonntag mit sechs Stunden guter und anspruchsvoller Unterhaltung zu verleben.
Eintrittskarten gibt es im Ticket-Center am Marienplatz, Telefon 05251/2 99 75-0, und an der Tageskasse. Gefördert wurde die Produktion von der Sparkasse Paderborn-Detmold. Nur so sind die günstigen Eintrittspreise (Höchstpreis 25 Euro) machbar.