Den Opfern eine Stimme geben
Die Stadt Paderborn gedenkt der Kriegsopfer
Bereits zum 72. Mal jährte sich am Montag, 27. März, der Tag des verheerenden Bombenangriffs im Zweiten Weltkrieg auf die Stadt Paderborn. An diesem Tag wurde der größte Teil der Stadt in Schutt und Asche gelegt, viele Bürger und Bürgerinnen verloren dabei ihr Leben.
In Gedenken an die Toten und zur Mahnung der Lebenden legte deswegen Bürgermeister Michael Dreier einen Kranz am Mahnmal Busdorfwall nieder. Er hat um 17.30 Uhr etwa zu der Zeit alle Paderborner und Paderbornerinnen eingeladen, als im Jahr 1945 das Bombardement begann. „Unsere Aufgabe im Gedenken ist es, den Opfern eine Stimme zu geben. Das Gedenken bringt die Wahrheit“, so der Bürgermeister in seiner Begrüßung der zahlreich erschienenen Menschen. Aus allen Generationen verteilten sie sich auf die Stufen vor dem Mahnmal. Das Gedenken sei nicht nur für die Vergangenheit wichtig, sondern auch für die Zukunft und Gegenwart, führte Michael Dreier weiter aus. „Das Gedenken führt uns den Wert, in Frieden und Freiheit zu leben, vor Augen. Das muss bewahrt und verteidigt werden“, schloss der Bürgermeister seine Worte auch mit Blick auf die aktuelle politische Situation in Syrien.
Den Bezug zu Vergangenheit und Gegenwart zogen auch die Schüler und Schülerinnen der Gesamtschule Elsen, die an der Gestaltung der feierlichen Gedenkstunde beteiligt waren. In zwei Schritten zu den Themen „Friedensgedanken“ und „Gegen das Vergessen“ umrahmten sie die Kranzniederlegung. So gaben sie Zeitzeugen ihre Stimme und berichteten von den Zuständen in Paderborn während und nach den Bombardierungen. Eine andere Gruppe zeigten in einer Choreographie die Auswirkungen des Krieges auf die Opfer und beendeten ihre Aufführung mit den Worten „Krieg, nie wieder!“ Anschließend erzählte der Syrer Ali Alleile über die Zustände in seinem Heimatland und die Hoffnungen der dort lebenden Menschen. Als Symbol für die Erinnerung bekam jeder Besucher ein Vergissmeinnicht.
Auch die Bläsergruppe der städtischen Musikschule unter der Leitung von Heiko Röder und Thomas Keikutt sorgte mit passend ausgewählten Stücken wie „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ von Hans-Joachim Eißler für eine gelungene Atmosphäre.
Michael Dreier, der gemeinsam mit seinen Stellvertretern Dieter Honervogt und Martin Pantke sowie mit dem stellvertretenden Landrat Vinzenz Heggen in andächtiger Stille vor dem Kranz verweilte, bedankte sich bei allen Beteiligten für den würdigen Rahmen: „Wir dürfen nicht aufhören, daran zu erinnern. Stehen wir zusammen für das Schweigen und das Erinnern ein“, lautete sein Aufruf an alle Anwesende.