Vortrag und Diskussion über Europa im Wandel
Prof. Dr. Dieter Krimphove referierte am Mittwoch, 10. Mai
Anlässlich der Europawoche 2017 fand am Mittwoch, 10. Mai, unter dem Motto „60 Jahre Römische Verträge – Europa im Wandel“ die diesjährige Informations- und Diskussionsveranstaltung statt. In den Räumlichkeiten des historischen Rathauses referierte Prof. Dr. Dieter Krimphove, Professor für Wirtschaftsrecht und Europäisches Wirtschaftsrecht an der Universität Paderborn, über die Geschichte der Europäischen Union, die derzeitige Entwicklung sowie über die Zukunft Europas.
Der stellvertretende Bürgermeister Martin Pantke begrüßte die zahlreich erschienen Gäste und betonte die Bedeutung Europas. Der Ausgang der Wahlergebnisse in Frankreich sei eine wichtige Wahlentscheidung für Europa und zeige, dass das „Projekt Europa“ dauerhaft und intensiv betrachtet werden müsse. Auch die historischen Leistungen, welche die Europäische Union erreicht habe, müsse man stetig in das Bewusstsein rücken. „Insbesondere die römischen Verträge stellen einen entscheidenden Meilenstein für Europa dar“, so Pantke.
Prof. Dr. Dieter Krimphove zeigte innerhalb seines Vortrages mit dem Titel „Die Zukunft Europas – Größe, Grenzen, Gemeinsamkeiten“ die Geschichte der Europäischen Union von ihren geistigen Anfängen bis zu den heutigen aktuellen Entwicklungen auf. Krimphove betonte, dass mit den römischen Verträgen 1957 der Grundstein für Europa in seiner heutigen Form gelegt wurde. Angefangen bei sechs Gründungsmitgliedern gehören mittlerweile 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union an. „Die EU hat das Ziel, Kriegsparteien an einen Tisch zu bringen und einen Friedenschluss innerhalb Europas zu schaffen“, referierte Krimphove. Auch die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl, welche 1951 gegründet wurde, nehme eine bedeutende Rolle für die EU ein. Sie fördere die kontrollierte Nutzung von Militär und schaffe Frieden sowie Wirtschaftlichkeit.
Neben der historischen Einordnung in das Thema zeigte Krimphove aktuelle Entwicklungsströme auf. Unter dem Aspekt „Flucht aus Europa“ legte er dem Publikum seine persönliche Einstellung für Europa dar. „Zum einen müssen auch „Inländer“ besser integriert werden. Zum anderen sollte jeder Bürger mehr Beteiligungsrechte haben“, akzentuierte Krimphove. Darüber hinaus stellen Bürgervoten, Minderheitenschutz und Direktwahlen alle EU-Gremien mögliche Lösungsansätze für ein erfolgreiches Europa dar. Mit den Worten „Ziel meines Vortrages war es, dass Sie Europa jetzt anders wahrnehmen“ beendete Krimphove seinen informativen und interessanten Vortrag.
Im Anschluss fand eine angeregte, teils kritische Diskussion mit dem Publikum statt. Fragen, wie „Wie wirkt sich der Brexit auf Europa aus?“ oder „Warum sind die Bürger unzufrieden mit Europa“ wurden intensiv debattiert.
Christiane Boschin-Heinz bedankte sich abschließend für das zahlreiche Erscheinen der Gäste und betonte die wichtige Bedeutung Europas. „Wir sind ein starkes und funktionsfähiges Europa und müssen trotz einzelner radikaler Entwicklungslinien gemeinsam stark sein für Europa.“