Abdinghofer Messkelch bereichert Sammlung des Stadtmuseums Paderborn

Nach rund 200 Jahren wieder an seinem historischen Ort

© Stadt PaderbornMesskelch

Dem Stadtmuseum Paderborn ist es mit Unterstützung der Volksbank Paderborn-Höxter-Detmold gelungen, einen vergoldeten Messkelch des Klosters Abdinghof für die neue Dauerausstellung des Museums zu ersteigern. Beim renommierten Auktionshaus Van Ham in Köln kam der auf das Jahr 1699 datierte Kelch unter den Hammer. Er stammt aus dem Besitz der Familie von der Asseburg zu Thienhausen und wurde zusammen mit dem gesamten Schlossinventar verkauft.

„Ein Museumskollege hat mich auf die Auktion hingewiesen“, sagt Dr. Andreas Neuwöhner, wissenschaftlicher Mitarbeiter der städtischen Museen. Er ersteigerte den Kelch am 19. November vergangenen Jahres per Telefon gegen hartnäckige Konkurrenz.

Der barocke Kelch trägt auf dem Fuß das Wappen des Kosters Abdinghof: unter der Bischofsmitra einen Stab, einen Schlüssel und ein Schwert - die Symbole des Apostels Petrus und Paulus. Sie waren die Schutzpatrone des vor 1.000 Jahren gegründeten Benediktinerklosters. Mit der Aufhebung des Klosters im Jahr 1803 mussten die Mönche ihre Zellen räumen und Paderborn verlassen. Einer von ihnen war Alexius Urban aus Warburg, der zunächst wieder in seine Heimatstadt zurückging. Als Weltpriester war er dann in Wormeln und später auch in Paderborn tätig. Dort lernte er August von Haxthausen kennen, der Urban mit einem Alterssitz auf Schloss Thienhausen versorgte, wo er noch zehn Jahre als Hausgeistlicher verbrachte. Den Messkelch mit Wappen des Klosters Abdinghof brachte der ehemalige Mönch mit auf das Schloss.

Neuwöhner: „Hergestellt vom Paderborner Silber- und Goldschmied Johann Stüker ist der Kelch eine herausragende Erweiterung der kulturgeschichtlichen Sammlung der Stadt. Er wird in der neuen Dauerausstellung im Stadtmuseum seinen Platz in der Abteilung ,Kloster Abdinghof‘ erhalten.“ Nach mehr als 200 Jahren kehrt damit der Messkelch wieder an seinen historischen Ort zurück.