MAHLERZWO - am 8. November in der PaderHalle

Konzerte mit mehr als 250 Mitwirkenden in OWL

© Kerstin SchomburgLutz Rademacher

Gustav Mahlers monumentale zweite Sinfonie in c-Moll, die 1895 uraufgeführte
„Auferstehungssinfonie“, in Bad Salzuflen, Lemgo und Paderborn! Das scheint undenkbar, aber durch Zusammenarbeit in OWL wird die große Vision Wirklichkeit.

Diese Sinfonie ist riesig! Man braucht ein wahres Heer von Streichern, um den anderen Instrumenten akustisch Paroli bieten zu können: 31 Bläser, 2 Harfen, 2 Pauken-Sets, viel Schlagzeug, dazu zwei Fernorchestergruppen mit 8 Bläsern, Pauken und nochmal Schlagzeug. Dazu kommt ein möglichst großer Chor und zwei Gesangs-Solistinnen. Bei den Konzerten in OWL sind jeweils ca. 250 Mitwirkende beteiligt.
Eigentlich geht sowas nur in Metropolen mit riesigen Konzertsälen. In Detmold ist es im Landestheater schon aus statischen Gründen nicht möglich. Auch in Bad Salzuflen, Lemgo und Paderborn werden die Aufführungsorte bis an die Grenze getestet. Es wird richtig laut, aber auch extrem leise. Beim ersten Einsatz soll man die 150 Chorsänger kaum hören.

Die Idee zu dem Projekt hatten Generalmusikdirektor Lutz Rademacher (Landestheater Detmold), und, anlässlich des Reformationsjubiläums, die Lippische Landeskirche. Vorangetrieben hat es Paderborns Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner.

Von Anfang an war klar, dass es sich in OWL nur um ein Gemeinschaftsprojekt handeln kann. Die musikalische Leitung des Projektes liegt beim Landestheater Detmold bei Generalmusikdirektor Lutz Rademacher.
Zur Gemeinschaft gehören Förderer, ohne die das Projekt nicht möglich wäre: Das Land Nordrhein-Westfalen, die Kirchenmusikstiftung Ziegler, die Lippische Landeskirche, die Firma Phoenix Contact sowie Dr. Carsten Flick.

Musikalisch beteiligt sind das Symphonische Orchester des Landestheaters Detmold und das Detmolder Kammerorchester, jeweils mit Aushilfen. Außerdem wirken der Kammerchor der Musikhochschule Detmold, die MarienKantorei Lemgo, der Opernchor des Landestheaters Detmold, der Städtische Musikverein Paderborn und die Kantorei Bad Lippspringe sowie Janina Hollich (Alt) und Megan Marie Hart (Sopran) mit.

Das Stück selbst dreht sich um Tod und Leben. Am Anfang steht eine monumentale Totenfeier, am Schluss die grandiose Auferstehung. Dazwischen liegen drei nicht ganz so monumentale Sätze. Religiöse Musik ist die „Auferstehungssymphonie“ übrigens nicht. Im Text kommen zwar Gott und Engelein vor, aber nicht die Auferstehung im christlichen Sinne.

Lange stritt man darüber, ob Mahler genial war oder größenwahnsinnig. Zum Durchbruch hat vor allem Leonard Bernstein in den 1960er Jahren beigetragen. Es gibt auch einen Mahler-Kult, am extremsten bei dem amerikanischen Millionär Gilbert Kaplan. Er nahm Dirigier-Unterricht nur für dieses Werk – andere Stücke interessierten ihn nicht –, mietete sich Symphonieorchester und hatte damit solchen Erfolg, dass später große Orchester ihn einluden. Er kaufte auch Mahlers Original-Partitur. Nach Kaplans Tod 2016 wurde sie in London versteigert und erzielte 5,3 Millionen Euro – die teuersten Noten aller Zeiten.

Eintrittskarten sind wie folgt erhältlich:

Für die Konzerthalle Bad Salzuflen am 29. Oktober 2017, 19.30 Uhr
an der Theaterkasse im Kurgastzentrum, Parkstr. 20, 32105 Bad Salzuflen, Tel.: 05222/952909

Für die Marienkirche Lemgo am 4. November 2017, 18.00 Uhr
in der MarienKantorei Lemgo/Festivalbüro „mixTour“, Stiftstr. 56, 32657 Lemgo, Tel.: 05261/5543

Für die PaderHalle Paderborn am 8. November 2017, 19.30 Uhr
im Paderborner Ticket-Center, Marienplatz 2a, 33098 Paderborn, Tel: 05251/299750