Militär in der Gesellschaft

Themenreihe: Briten in Westfalen in zehn Objekten

© Stadt PaderbornRhine Army Summer Show, Ines Hoischen
© Stadt PaderbornBFBS, Ines Hoischen

Britisches Militär und deutsche Gesellschaft: Lässt sich das vereinbaren? Wie wurde das Militär integriert und was wurde getan, um die Bevölkerung für die Einschränkungen, die manchmal unabdingbar waren, zu entschädigen? - Am 20. Oktober beginnt im neuen Stadtmuseum am Abdinghof die Sonderausstellung "Briten in Westfalen", die die britische Besatzung und Truppenstationierungen mit ihren Auswirkungen auf Menschen und Region zeigt. "Militär in der Gesellschaft" lautet einer von fünf Themenbereichen.

Weit über die Grenzen Paderborns hinaus bekannt ist die Rhine Army Summer Show, kurz RASS. Jedes Jahr im Mai oder Juni verwandelte sich die Senne in ein Festivalgelände. Die RASS war sehr beliebt, bis sie 2002 das letzte Mal stattfand.
In der Ausstellung "Briten in Westfalen" sind ein Shirt der letzten RASS, ein altes Programmheft von 1975 und das letzte Programmheft von 2002 zu sehen. Auch ein ehemaliges Geländeschild liegt vor. Auffällig ist, dass das bekannte RASS-Logo weiterhin benutzt wurde, obwohl das Fest 1999 in Anglo-German Summer Festival umbenannt wurde. Die RASS entwickelte sich von einem Fest mit Pferdeshow zu einem mit Rockkonzerten gespickten Festival mit Gästen wie Status Quo und Joe Cocker sowie einem großen Feuerwerk. Bekannte britische Firmen waren vertreten, eine Pferdeshow fand statt, es wurde Polo gespielt und eine Autoshow gezeigt. Die letzte RASS fand im Sommer 2002 statt. Finanzielle Risiken und häufige Kriegseinsätze erschwerten die Organisation.

Ebenfalls bei der Rhine Army Summer Show vertreten, aber auch in den Alltag vieler Menschen eingebaut, war der Radiosender BFBS. Daher zeigt die Ausstellung unter anderem ein Schild des Senders. Momentan ist sein Hauptsitz in Paderborn-Sennelager, bis auch dort die Truppen abgezogen werden. Über viele Jahre hinweg hat der Radiosender sowohl Briten als auch Deutsche im Alltag begleitet. In der Nachkriegszeit war BFBS zunächst der einzige Sender, der die Möglichkeit bot, die im Nationalsozialismus verbotene Musik zu hören. Einige Deutsche hörten den Sender, um die englische Sprache zu lernen. Der eigentliche Auftrag von BFBS war es jedoch, den britischen Familien ein Gefühl von „zu Hause“ zu vermitteln und so eine Verbindung in die Heimat und zu anderen Stationierungsorten zu schaffen. In der Ausstellung wird es möglich sein, sich alte Ausschnitte von BFBS anzuhören und sich somit einen eigenen Eindruck von diesem Radiosender zu verschaffen.