Traditionen des Paderborner Schützenwesens

Thema im neuen Stadtmuseum

© Stadt PaderbornÜbergabe

Der Paderborner-Bürger-Schützenverein stellt der städtischen Sammlung Objekte aus ihrem Besitz für die Dauerausstellung im neuen Stadtmuseum zur Verfügung, hierunter das handschriftliche Gründungsprotokoll des Vereins vom 19.5.1831, eine Fahne aus dem Jahr 1735 sowie die ersten Königsorden aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
In einer Themeneinheit im Museum geht es um historische Stadtfeste im Paderborner Jahreskalender, neben dem alljährlichen Liborifest gehört das historische Schützenfest mit dazu. Wenn heutzutage die uniformierten Schützen alljährlich im Sommer durch die Straßen ziehen, wirkt das für manch Außenstehenden recht ungewöhnlich. Einige andere verbinden die Schützen heute nur noch mit geselligem Beisammensein. Dabei leben die Uniformierten eine lange Tradition, die aus dem Mittelalter stammt. Markus Runte vom Stadtmuseum hat sich den historischen Traditionen des am 19.5.1831 gegründeten Vereins gewidmet und interessante Objekte herausgesucht, die im Stadtmuseum ausgestellt werden. Der Schützenverein führt die Tradition des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bürgerbataillons bzw. der Schützengarde bis heute fort. Bis Anfang des 19. Jahrhunderts hatten die Bewohner der Stadt, vornehmlich Männer, den nächtlichen Wachdienst an den Toren und öffentlichen Gebäuden wahrzunehmen. Ihren Ursprung hat das Schützenwesen in der mittelalterlichen „Wehrverfassung der Stadt“, die Bürger wurden zur Stadtverteidigung herangezogen. Mit der Gründung des Schützenvereins 1831 diente dieser nicht mehr militärischen Zwecken, sondern eher der Geselligkeit, wenngleich die Schützen - wie auch heute noch - bei offiziellen Anlässen repräsentative Aufgaben wahrnehmen.
Das neue Stadtmuseum wird am Montag, 9. Oktober, eröffnet.