Entschärfte Bombe wird Ausstellungsstück im Stadtmuseum

Bürgermeister Michael Dreier: Mahnung für den Frieden und Erinnerung an die große Gemeinschaftsaktion zur Entschärfung

© Stadt PaderbornEntschärfte Bombe, Jens Reinhardt

Eine der größten in Paderborn je gefundenen Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg wird demnächst zum Ausstellungsstück im neuen Stadtmuseum Am Abdinghof. Dank der Initiative und des Einsatzes von Bürgermeister Michael Dreier werden Besucherinnen und Besucher die sogenannte Großladungsbombe, die Ende März bei Arbeiten in einem Vorgarten entdeckt worden war, künftig in der Ausstellung sehen können. „Es soll eine Mahnung für den Frieden und gleichzeitig eine Erinnerung an die große Gemeinschaftsaktion der Menschen in unserer Stadt im Rahmen der Entschärfung sein“, sagt Michael Dreier, der unmittelbar nach der Entschärfung noch vor Ort gegenüber der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg den Wunsch nach einer Ausstellung der Bombe geäußert hatte. In dieser Woche erfolgte nun die verbindliche Zusage des Innenministeriums.

„Die gefundene Bombe ist in vielerlei Hinsicht ein wichtiges Dokument der Stadtgeschichte“, betont der Bürgermeister. „Es geht der Stadt keinesfalls darum, das Bombengehäuse als Sensationsobjekt darzustellen, sondern an dem Exponat verschiedene Stationen Paderborner Geschichte ablesbar werden zu lassen.“ So ist im Stadtmuseum bereits jetzt als eine Station die sehr weitgehende Zerstörung der Paderborner Innenstadt dokumentiert. Die vor wenigen Wochen zu Ende gegangene Sonderausstellung „Briten in Westfalen“ dokumentierte die Beziehungen zu den Briten vom Kriegsgegner hin zu europäischen Freunden. „An der nunmehr erfolgreich entschärften Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist diese Entwicklung in den deutsch-britischen Beziehungen hervorragend ablesbar“, sagt Dreier.

Akribisch war eineinhalb Wochen geplant worden, nachdem die Bombe im Garten eines Einfamilienhauses am Peter-Hille-Weg gefunden worden war. Am Sonntag, 8. April, wurde die etwa zwei Meter lange und 76 Zentimeter breite Bombe nach eineinhalbstündiger Arbeit um 17.03 Uhr von den Experten des Kampfmittelräumdienstes, Karl-Heinz Clemens, Rainer Woitschek und Gerd Matthee, erfolgreich entschärft. Der sogenannte Blockbuster mit 1,5 Tonnen Sprengstoff hatte alle Beteiligten vor eine Mammutaufgabe gestellt: Notwendig war die größte Evakuierung der Paderborner Nachkriegsgeschichte mit einem Sperrgebiet von drei Kilometern Durchmesser. Etwa 26.000 Menschen waren aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen, dazu waren vier Seniorenzentren, vier Krankenhäuser und ein Hospiz betroffen.

„Die Evakuierung, insbesondere der Krankenhäuser und Altenheime, funktionierte mehr als beispielhaft“, lobte Paderborns Bürgermeister Michael Dreier den Einsatz der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer. Paderborn habe die Herausforderung der Bombenentschärfung mit einer großen gemeinschaftlichen Kraftanstrengung bewältigt, so der Bürgermeister. Alle in der Stadt seien zusammengerückt und hätten ein Wir-Gefühl entwickelt, das gerade in einer schwierigen Situation wie dieser vielen Optimismus und Zuversicht gegeben habe.