PIA wirkt Nachwuchskräftemangel entgegen

Alternative zur klassischen Erzieher-Ausbildung in Paderborn

© Stadt PaderbornPIA wirkt Nachwuchskräftemangel entgegen, Lea Horstmann

In Deutschland herrscht ein großer Fachkräftemangel - vor allem im öffentlichen Dienst. Besonders betroffen ist der Bereich der Kindererziehung. Um diesem Mangel entgegenzuwirken, wird in Paderborn seit vier Jahren die Praxisintegrierte Ausbildung (kurz: PIA) als Alternative zur klassischen Erzieher-Ausbildung angeboten.

Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin beziehungsweise zum staatlich anerkannten Erzieher dauert in der Regel insgesamt drei Jahre. Die Ausbildung ist so angelegt, dass die ersten zwei Jahre fachtheoretisch und das letzte Ausbildungsjahr fachpraktisch zu absolvieren sind.
Bei der PIA-Ausbildung werden Schule und Praxis von Anfang an kombiniert. Die Auszubildenden gehen wöchentlich zur Schule, sind aber parallel schon in einer Kindertagesstätte oder einer anderen sozialpädagogischen Einrichtung angestellt und erhalten über die gesamte Ausbildungsdauer eine Vergütung für ihre Tätigkeit.

Dies ist einer der entscheidenden Vorteile der PIA-Ausbildung. Das sieht auch Celine Sander so. Sie ist eine von zwei „PIA's“, die derzeit an einer städtischen Einrichtung ihre Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Die Auszubildende arbeitet derzeit in der Kita „Unter den Linden“ und ist bereits im dritten Ausbildungsjahr. Mit ihrer PIA-Ausbildung ist die 20-Jährige sehr zufrieden. „Mir gefällt vor allem, dass ich die Inhalte, die ich in der Schule lerne, direkt mit in den Kita-Alltag einbringen kann“, erzählt sie. Im dritten Ausbildungsjahr arbeitet Celine Sander bereits drei Tage in der Kita. Die anderen beiden Tage in der Woche geht sie zur Schule. „Der Praxisanteil wird in jedem Ausbildungsjahr höher. Im ersten Jahr hatte ich drei Tage in der Woche Schule und war zwei Tage in der Kita. Im zweiten Jahr ist es dann genau die Hälfte und jetzt im dritten Jahr bin ich ungefähr 19 Stunden hier und nur noch zwei Tage in der Schule“, so die PIA-Fachschülerin.
In Paderborn wird die PIA-Ausbildung in Kooperation mit dem Edith-Stein-Berufskolleg angeboten. Dort befinden sie derzeit 73 „PIA’s“ in der Ausbildung.

Sabine Sawicki, Mitarbeiterin in der Kita „Unter den Linden“, schätzt die Betreuung der Auszubildenden durch die Lehrkräfte des Edith-Stein- Berufskollegs sehr. „Unsere „PIA’s“ werden jedes Jahr drei Mal von ihren Lehrkräften in der Kita besucht, dadurch wird eine gute Betreuung auf jeden Fall gewährleistet.“ Generell bewertet sie die praxisintegrierte Ausbildung als sehr positiv. „Celine bringt immer wieder Impulse aus dem Schulalltag in die Kita mit und kann diese dann in ihre Arbeit mir den Kindern einfließen“, freut sie sich.