Dieter Bartha mit 74 Jahren verstorben

Große Betroffenheit in der Paderborner Stadtverwaltung

© Stadt PaderbornDSC_0011, Jens Reinhardt, Paderborn

Er war für seine absolute Verlässlichkeit, Beständigkeit und Konsequenz sowie für seinen nüchternen Realitätssinn bekannt. Viele schätzten auch seinen Sinn für Humor, den er beispielsweise bei seinen Zitaten am Ende der von ihm als Kämmerer gehaltenen Haushaltsreden an den Tag legte. Er hat in seiner über 20jährigen Tätigkeit bis auf die Bauverwaltung und das Kulturamt alle Bereiche der Paderborner Stadtverwaltung verantwortet. Am 25. Juli 2018 verstarb im Alter von 74 Jahren der 1. Beigeordnete a.D. Dieter Bartha.

Im Mai 1985 war Bartha vom Rat zum Beigeordneten, nach dem Ausscheiden von Josef Niggemeier 1989 zum I. Beigeordneten gewählt worden. Als Stadtkämmerer trug er in den letzten Jahren die Verantwortung für den Haushalt der Stadt Paderborn. Mit Augenzwinkern hatte Dieter Bartha auch die Erklärung dafür: „Der Rat, der über die Geschäftsverteilung entscheidet, hat mir viel zugetraut, bis er schließlich erkannt hat, dass ein bei den Schwaben aufgewachsener und etliche Jahre in Lippe Gedienter sich wohl zum Kämmerer besonders gut eignen müsste“, sagte er zu seiner Verabschiedung im Rat im Oktober 2006.

Der Volljurist Bartha, der Erfahrungen unter anderem als Justitiar der Universität Paderborn von 1973 bis 1977 und als Rechtsamtsleiter im Kreis Lippe sammelte, suchte nicht die Probleme, sondern Wege, diese zu lösen.

Bartha, der in Siebenbürgen geboren und in Baden-Württemberg aufgewachsen ist, studierte nach Abitur und Wehrdienst an der Universität Freiburg Volkswirtschaft und Rechtswissenschaft. 1969 und 1972 legte er die beiden juristischen Staatsprüfungen ab. Der kommunale Spitzenbeamte lehrte drei Jahre lang als Professor an der baden-württembergischen Verwaltungsfachhochschule Verwaltungsrecht und Kommunalrecht. Der praktischen Wissenschaft fühlt er sich sehr verbunden. Dies zeigte sich in einer Reihe von Veröffentlichungen und auch daran, dass ihn der Justizminister zum Prüfer für die große Juristische Staatsprüfung berufen hatte.

Besonders engagierte sich Dieter Bartha auch für die Belange der Paderborner Feuerwehr. Fast während seiner ganzen Amtszeit war er für sie zuständig und erfüllte diese Aufgabe mit großer Hingabe. Deshalb ernannte ihn die Feuerwehr zu seiner Verabschiedung zum 1. Ehrenmitglied. Dass zu seiner Verabschiedung auf dem Gelände der Feuerwache Süd zu seinen Ehren der Große Zapfenstreich gespielt worden war, davon zeigte er sich tief beeindruckt. Es passt zu ihm, dass er am Ende lapidar feststellte, er habe nur seine Pflicht getan.

In seiner Funktion als I. Beigeordneter war Dieter Bartha einer der ersten, der mit einer Paderborner Delegation in die Partnerstadt Przemysl reiste. Als Gründungsmitglied des Freundeskreises Paderborn Przemysl engagierte er sich viele Jahre ehrenamtlich in der Vorstandsarbeit und hat so zum besonders guten Verhältnis beigetragen, das heute noch zwischen den beiden Städten besteht.

Am Herzen lag ihm auch die Hilfe beim Aufbau einer Verwaltung in der brandenburgischen Stadt Ludwigsfelde. Zur Verabschiedung Dieter Barthas im Rat sagte der damalige Ludwigsfelder Bürgermeister Heinrich Scholl, mit seiner Sachkenntnis und seiner so gar nicht besserwisserischen Art habe er einen unschätzbaren Anteil daran, dass Ludwigsfelde in vergleichsweise kurzer Zeit eine gut funktionierende Verwaltung habe aufbauen können.