Europawoche 2018

„Wasser in der europäischen Stadt von heute und morgen“

© Stadt PaderbornEuropawoche, Ines Hoischen

Im Rahmen der Europawoche 2018 trafen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger im Audienzsaal des Neuhäuser Schlosses zum Vortrag „Wasser in der europäischen Stadt von heute und von morgen“ von Prof. Dipl.- Ing. Christa Reicher.
Das Jahr 2018 wurde von der EU zum Jahr des Kulturerbes erklärt und auch das Land Nordrhein-Westfalen stellt die am 2. Mai beginnende Europawoche unter dieses Motto. Aus diesem Grund möchte die Stadt Paderborn auf ihr lokales Kulturerbe blicken. Paderborn besitzt mit seiner Lage an der Flusslandschaft der Pader ein besonderes Alleinstellungsmerkmal und somit bietet es sich an den Fokus auf die Paderquellen und auf das Element Wasser zu setzen.
Nach seiner Begrüßung stellte der stellvertretende Bürgermeister Dieter Honervogt heraus, dass die wirtschaftliche Entwicklung Paderborns schon immer mit der Flusslandschaft der Pader zusammenhänge. Die momentane Renaturierung der Maspernpader sei ein weiterer Schritt in der Weiterentwicklung der Paderquellen, welcher auch die Attraktivität der Landschaft steigern solle. Im Anschluss führte die Referentin Prof. Dipl.- Ing. Christa Reicher durch ihren Vortrag „Wasser in der europäischen Stadt von heute und morgen“. Die Architektin und Stadtplanerin, lehrt an der TU Dortmund und war ebendort bis 2012 Dekanin der Fakultät Raumplanung. Die städtebauliche Denkmalpflege gehört zu den Schwerpunkten von Christa Reicher. Sie befasste sich bereits im Projekt „Baukultur in der Praxis“ mit der Stadt Paderborn.
Reicher wies darauf hin, dass eine europäische Stadt weitaus mehr als ihre traditionell geprägte Form ist. Der stetige Wandel, welcher von den gesellschaftlichen Bedingungen abhängig ist, formt das Stadtbild. Die Wichtigkeit bestände darin die Identität der Stadt herauszuarbeiten und die Lebensqualität und somit die Attraktivität als Wohnort für die Bürger und als Standort für Unternehmen zu steigern. Das Element Wasser könne hier eine Basis und ein Motor für die Entwicklung sein. Reicher erläuterte die Anziehungskraft des Wasser, welches alle Sinne des Menschen anspricht: „Ruhe, Weite, unbändige Energie – egal ob es die Pader oder das Meer ist.“ Von der Antike über das Mittelalter bis heute spiele sich ein ewiger Wechsel zwischen Hin- und Abwendung gegenüber dem Element Wasser ab, wodurch sich eben jenes zu einem weichen Standortfaktor entwickelt habe. „Das Thema Wasser kann ein wichtiges Element für ein erweitertes Image sein.“, so Christa Reicher. Öffentliche Räume mit Wasser zu gestalten könne als Imageträger für eine neue Entwicklung fungieren und Paderborn sei durch seine Flusslandschaft der Pader hier besonders begünstigt. Die Pader, ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt, diene als landschaftliches und ästhetisches Rückgrat. In der Zukunft sei besonders die Allianz zwischen der Ästhetik und der Ökologie des Wassers wichtig. Die aktuelle „Renaissance des Wasser“ könne, besonders mit Hinblick auf sein Temperament und seine Anziehungskraft, ein Motor für die Stadtentwicklung und die Attraktivität sein.
Durch einen kleinen Ausblick auf das Jahr 2031, der die weitere positive Entwicklung der Stadt Paderborn und des Unikats der Paderlandschaft vorhersagte, wollte Reicher zuletzt zum Großdenken mit der Ressource Wasser anregen und Zukunftsperspektiven aufzeigen. In einer anschließenden Diskussion konnten die Bürgerinnen und Bürger sich mit der Referentin weiter austauschen.