„Gemeinsame Vernetzung statt nebeneinander her!“

Motto im Quartiersübergang Schloss Neuhaus und Wilhelmsberg

© Stadt Paderborn/KoordinierungsstelleBonhoeffer

„Gemeinsame Vernetzung statt nebeneinander her!“ ist das Motto im Quartiersübergang Schloss Neuhaus und Wilhelmsberg - auch oder insbesondere im Zeitalter von digitaler Medienkommunikation

Vernetzung ist heutzutage unerlässlich und die Quartiersarbeit eines der aktuellen Themen in Paderborn. Das hängt nicht unbedingt ausschließlich mit der Versorgung sozialer Randgruppen, demographischer Entwicklung und migrationsspezifischer Integration zusammen.
„Die Strukturen und Wege der Kommunikation haben sich durch die digitale Entwicklung so sehr verändert, dass alles, was an Informationen benötigt wird, über digitale Medien abrufbar ist. Hat man sich zuvor verabredet, um gemeinsam die Zukunft zu planen, so geschieht dieses im Bereich der Nachbarschaft oft über Messenger-Dienste. Generell ist das auch gut, aber Verbindung, Zugehörigkeit im Quartier und ein nachbarschaftliches Miteinander im institutionellen und privaten Kreis entsteht nun einmal durch die Begegnung und zwar live und in Farbe“, so der Sozialdezernent Wolfgang Walter, der selbst aktiv in dem Gremium gesamt-städtischer Quartiersentwicklung an den konzeptionellen Leitlinien in Federführung daran wirkt, dass Begegnung und Vernetzung im Quartier gemeinsam stattfindet. Das belegen zahlreiche Projekte und Veranstaltungen, hier das Beispiel von Schloss Neuhaus und Wilhelmsberg:

Der Grundschulverbund Bonhoeffer-Heinrich in Schloß Neuhaus setzt auf handlungsorientierten Unterricht und gute Kooperation im Quartier. Aktuell wird im Sachunterricht der Klasse 3b das Thema „vom Korn zum Brot“ behandelt. In diesem Rahmen wird ein Klassenausflug zur Bäckerei „Goeken backen“ in Bad Driburg unternommen. Dort werden die Kinder mit den Abläufen des Backhandwerks vertraut gemacht und dürfen anschließend ihr eigenes Brot backen, welches im Anschluss gemeinsam verzehrt wird. Da die Grundschule aktuell renoviert wird, gewinnen außerschulische Angebote immer mehr an Bedeutung. Ausflüge wie diese sind elementar für die ganzheitliche Bildung, bringen jedoch Kosten mit sich, die für einige Familien zum Teil schwer zu tragen sind. Elmar Krenz (Autodienst Elmar Krenz in Schloß Neuhaus) will den Standort aktiv unterstützen und allen Kindern die Möglichkeit geben, an Aktionen wie diesen teilzuhaben. Daher hat er sich bereiterklärt, die Buskosten für den Ausflug zu übernehmen. Unterstützung wie diese ist von großer Bedeutung. Unter anderem kooperiert die Grundschule mit der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Paderborn und plant gemeinsame Aktionen für die Zukunft. Im Fokus der Zusammenarbeit steht die Verbindung zwischen alt eingesessenen Bewohnern des Quartiers und neu hinzugezogenen. Das Quartier ist sehr engagiert im Bereich der Flüchtlingshilfe - bereits seit 2015. Der Runde Tisch Schloss Neuhaus und viele weitere Personen und Zusammenschlüsse sorgen für ein gelingendes Miteinander. „Die Initiative „Runder Tisch Schloss Neuhaus“ sucht aktuell weitere Unterstützerpersonen. Wenn Sie sich vorstellen können, in einem dynamischen Team gemeinsam an der Integration in das Quartier zu arbeiten, indem sie Geflüchtete ehrenamtlich unterstützen, melden Sie sich gerne bei mir oder wenden sich direkt an die Initiative“, erklärt die Quartierssozialarbeiterin der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten Angelika Kudinow, welche die Initiative von hauptamtlicher Seite begleitet (E-Mail: a.kudinowpaderbornde, Tel.:05251- 88 26502).

Das Quartier hat sich in der Vergangenheit positiv weiterentwickelt, was unter anderem an der ehrenamtlichen Unterstützung in der Quartiersarbeit liegt. Wichtige Kooperationspartner der Koor-dinierungsstelle für Flüchtlingsarbeit sind hier die Träger der freien Wohlfahrt. Der Austausch und die Organisation gemeinsamer Aktivitäten mit der Beratungsstelle der AWO und Diakonie am Wilhelmsberg sowie die Zusammenarbeit mit den Quartiersentwicklern, beispielsweise mit der hausinternen Quartiersentwicklung der AWO, gehören hier zum täglichen Geschäft und beruflichen Selbstverständnis. Quartiersentwickler Yannis Krone (AWO) hat den Quartiersspaziergang ins Leben gerufen, an dem die Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten regelmäßig mit Menschen mit Fluchtgeschichte teilnimmt. „Integration in die Quartiere und die attraktive Weiterentwicklung eines Standortes kann nur gemeinsam und kreativ durch Vernetzung und Begegnung geschehen! Das Bündnis zwischen Hauptamt, Ehrenamt und Adressaten ist ein wichtiger Dreiklang für die stabile Entwicklung im Quartier“, äußert Verena Kopp, Leitung der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten

Melanie Struck hat nach der Pensionierung von Vorgänger Michael Krams in der städtischen Verwaltung das Zepter in die Hand genommen und arbeitet gerade strategisch daran, dass Paderborn und seine Quartiersinitiativen nicht nur direkt vor Ort, sondern auch über die Grenzen des Quartiers miteinander vernetzt sind.