Die Freundschaft muss wachsen

Bürgermeister Michael Dreier traf Amtskollegen aus Instanbul-Beylikdüzü

© Stadt PaderbornInstanbul-Beylikdüzü-Bgms, Jens Reinhardt, Paderborn
© Stadt PaderbornInstanbul-Beylikdüzü, Jens Reinhardt, Paderborn
© Stadt PaderbornIstanbul-Beylikdüzü-Gruppe, Jens Reinhardt, Paderborn

"Die Freundschaft muss wachsen. Sie lebe nur durch die Begegnungen von Menschen und nicht durch die Unterschriften der Bürgermeister". Diese Überzeugung machte Bürgermeister Michael Dreier in einem Gespräch mit seinem Amtskollegen Ekrem Imamoglu aus Istanbul-Beylikdüzü in der Paderborner Stadtverwaltung deutlich. Imamoglu hatte zuvor betont, dass seine Stadt an einem Dialog mit Paderborn großes Interesse habe und den Blick interessiert nach Europa richte. Beylikdüzü sei ein junger Stadtteil mit einer jungen Bevölkerung und insgesamt etwa 260.000 Menschen, viel Grün und einer hervorragenden Zukunftsperspektive. Laut einer Prognose würden hier 2030 etwa 500.000 Menschen leben, so der türkische Bürgermeister. Mit einer Million Hektar entstehe derzeit der größte Park Istanbuls in dem 2008 gegründeten Stadtteil. Abschließend lud Ekrem Imamoglu Bürgermeister Michael Dreier zu einem Besuch in die Türkei ein.

Der Bürgermeister des Stadtteils der türkischen Hauptstadt erwiderte mit einer Delegation einen Besuch der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Paderborn in diesem Jahr. An dem Treffen beim Paderborner Bürgermeister nahmen Süleyman Celebi, Parlamentsabgeordneter der CHP, Stadtratsmitglied Murat Ongun, Nizamettin Barutcu, ehemaliger Attacheé im türkischen Generalkonsulat Münster, Wolfgang Weigel, Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Gesellschaft in Paderborn und stellvertretender Landrat, Recep Alpan, stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Paderborn und Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Paderborn, Ratsfrau Sigrid Tenge-Erb sowie Annette Reissmeier, beide von der Deutsch-Türkischen Gesellschaft Paderborn, teil.

Bürgermeister Michael Dreier hatte eingangs seinen türkischen Amtskollegen herzlich begrüßt und ihm Paderborn vorgestellt. Die Stadt habe eine lange Tradition, sei im Krieg jedoch zu mehr als 80 Prozent zerstört worden. Seit jeher habe die Kirche in Paderborn eine große Bedeutung. Der Erzbischof habe hier seinen Sitz. Im Forum der Religionen gebe es einen regen Austausch zwischen den Religionen in der Stadt, der ihm persönlich sehr am Herzen liege. Ausführlich ging Michael Dreier auf die anstehende Umwandlung militärischer Flächen für eine zivile Nutzung ein, stellte Paderborn als Wirtschafts-, Sport- und Kulturstandort vor und nannte mit der Neugestaltung des Markt- und Domplatzes sowie des Königsplatzes wichtige städtebauliche Projekte. Paderborn sei mit 135 Nationen auch eine internationale Stadt, hier lebten auch etwa 5.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, unterstrich er und nannte in diesem Zusammenhang auch die Verbindungen zu den Partnerstädten. In dem Gespräch äußerte sich Michael Dreier sehr kritisch zu der vom türkischen Staatspräsidenten Erdogan deutlich eingeschränkten Presse- und Meinungsfreiheit.