100 Jahre Jugendamt
Stadt Paderborn feiert besonderes Jubiläum
Seit 1918 gibt es in Paderborn eine Institution, die sich für die Rechte und Fürsorge von Kindern und Jugendlichen einsetzt: das Paderborner Jugendamt. Am 29. Oktober feierte die Stadt Paderborn jetzt das 100-jährige Bestehen des Jugendamts und blickte dabei auf eine aufregende Zeit zurück.
Rund 140 Gäste fanden sich im historischen Rathaus ein, um den runden Geburtstag zu feiern und
die herausfordernde und verantwortungsvolle Arbeit, die täglich von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet wird, zu würdigen.
Von 13 bis 16.45 Uhr bot der Tag ein buntes Programm mit zwei Festvorträgen renommierter Professoren. Tobias Fenneker von Radio Hochstift führte die Gäste durch die Veranstaltung.
Zu Beginn hieß Michael Dreier alle Gäste aus über 40 Institutionen in der „guten Stube“ in Paderborn ganz herzlich willkommen.
„100 Jahre Jugendamt, das steht für eine lange Tradition der Familien-, Kinder- und Jugendhilfe in unserer Stadt“, so der Bürgermeister. Dabei könne das Paderborner Jugendamt auf eine sehr wechselhafte Geschichte zurückblicken, die immer auch durch historische Rahmenbedingungen geprägt war. „ Und So ist es auch noch heute: Die Jugendhilfe hat in unserer heutigen Gesellschaft eine enorme Bedeutung gewonnen. Die Aufgaben und Problemstellungen werden immer vielfältiger“, würdigte Michael Dreier die hervorragende Arbeit aller Anwesenden.
„Sie alle sind wichtiger Teil dessen, was wir heute mit 100 Jahre Jugendamt Paderborn feiern können. Ihnen gilt mein herzlicher Dank für Ihre stets gute Zusammenarbeit.“
Anschließend sprach auch der Referatsleiter des LWL-Landesjugendamt Westfalen, Klaus-Heinrich Dreyer allen Gästen seinen herzlichen Dank für die geleistete Arbeit aus und warf einen kurzen Blick auf die Historie des Jugendamts und die Entwicklung der Jugendhilfe im Allgemeinen.
Einen intensiveren Streifzug durch die Geschichte machte dann Dr. Barbara Stambolis, Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Paderborn, im ersten Festvortrag des Tages.
Unter dem Thema „Jugendfürsorge, -hilfe, -pflege und -schutz: Handlungsfelder und Konfliktlinien im historischen Rückblick“, gab sie einen intensiven Einblick in historische Zusammenhänge der Entwicklung spezieller Aufgabenfelder des Jugendamtes. Dabei untermalte sie ihren Vortrag anschaulich mit historischen Fotografien und Zeitungsauschnitten.
Nach dem Vortrag gab es ein musikalisches Intermezzo mit Trommeln und Gesang von den Kindern aus der KiTa „Fasanenweg“.
Nach der Pause folgte ein weiteres Highlight des Tages. Alle Gäste erfreuten sich an einem weiteren Festvortrag von Professor Dr. Klaus Hurrelmann, Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance Berlin.
Unter der Themenstellung „Braucht eine neue Generation von Jugendlichen auch eine neue Generation von Jugendämtern?“, erläuterte er die alten und neuen Herausforderungen, die sich aus den Generationen ergeben. „Jede Generation bringt auch neue Problemlagen mit sich“, so Hurrelmann. Somit orientiert sich das Aufgabenspektrum des Jugendamtes an historischen Wandlungsprozessen und definiert dementsprechend die Aufgaben stets neu.
Ein weiterer musikalischer Beitrag von Ahmad Ghasemi, Besucher des Jugendkulturzentrums „MultiCult“, sorgte für Gänsehaut. Er hat sich das Klavierspielen über eine Internetplattform selbst angeeignet und das Publikum mit seinem Intermezzo stark begeistert.
Nach herzlichen Schlussworten vom Sport-, Jugend-, Sozial- und Schuldezernenten, Wolfgang Walter endeten die Feierlichkeiten und die Gäste hatten die Möglichkeit in geselliger Runde über 100 Jahre Jugendamt auszutauschen.
Das Jugendamt der Stadt Paderborn bedankt sich bei allen Kooperationspartnern und Trägervertretern für die konstruktive Zusammenarbeit und für eine harmonische und gelungene Jubiläumsfeier des 100-jährigen Bestehens.