Pogromnacht vor 80 Jahren
Stadtmuseum zeigt Kunstwerk von Renate Kastner
Das Stadtmuseum Paderborn zeigt bis Ende des Jahres im Eingangsfoyer das Werk "Memoria" von Renate Kastner. Das Museum erinnert mit der Arbeit der Paderborner Künstlerin an die Pogromnacht, die Judenverfolgung und den Holocaust vor 80 Jahren. Renate Kastner setzt sich in ihrer vielschichtigen Arbeit auch mit der heutigen Erinnerungskultur auseinander.
In die Zwischenräume von eisernen Gitterwänden hat sie fotografische Portraits von jüdischen Paderborner Mitbürgern auf Stoff gebracht, sie alle bleiben anonym und stehen
für die schrecklichen Ereignisse, die mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahr 1933 begannen. Ein transparenter Vorhang vor den Portraits zeigt einen Textblock mit einem teilweise
undefinierbaren Inhalt, und doch finden sich Hinweise auf die Shoha, den nationalsozialistischen Völkermord an den Juden Europas. Überlebende gibt es heute kaum noch, wie wird die Gesellschaft mit diesen Themen, die nicht vergessen werden dürfen, in Zukunft umgehen? Die Arbeit gibt Denkanstöße und soll zum weiteren Nachdenken anregen. Renate Kastner wird am Sonntag, 11. November um 15 Uhr, im Stadtmuseum zu Gast sein um mit Interessierten über das Werk „Memoria“ zu sprechen. Das städtische Kulturamt, die Universität Paderborn, die Jüdische Kultusgemeinde und die Christlich-Jüdische Gesellschaft nehmen den 80. Jahrestag zum Anlass, um mit zahlreichen Akteuren aus Kultur und Wissenschaft eine Gedenkwoche zu gestalten. Das Stadtmuseum wird Austragungsort zweier Veranstaltungen sein. Um Antisemitismus und Israelkritik geht es in einer Podiumsdiskussion am 14. November mit Dr. Klaus Holz (Berlin) und Dr. Peter Ulrich (TU Berlin) in Kooperation mit der Universität Paderborn. Zusammen mit dem Lesezirkel OWL wird am 29. November eine Lesung mit Musik angeboten. Dann geht es um „Jenny und Ruth. Zwei jüdische Autorinnen aus OWL.“
Der Eintritt zu diesen Veranstaltungen ist frei.