Paderborn tanzt gegen Gewalt an Frauen
ONE BILLION RISING 2019
Der Paderborner Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ schließt sich auch im Jahr 2019 wieder der Internationalen Kampagne „ONE BILLION RISING“ an und lädt am Donnerstag, 14. Februar, um 16.00 Uhr zu einer Protestaktion (Smart Mob) vor dem Historischen Rathaus ein. Mit der Teilnahme an dieser Aktion setzen der Arbeitskreis und alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Paderborn, die sich ihm anschließen, auch in diesem Jahr wieder ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen, denn diese sollte es in unserer Gesellschaft und auf der ganzen Welt nicht geben. An der Kampagne „ONE BILLION RISING“ beteiligen sich wieder über 200 Länder in der ganzen Welt.
Der Ablauf der Protestaktion gegen Gewalt an Frauen gestaltet sich folgendermaßen: Um 16.00 Uhr werden alle Beteiligten durch Bürgermeister Michael Dreier begrüßt und Dagmar Drüke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn, wird die Aktion vorstellen. Anschließend finden dann die Tanzaktion und das Trillerpfeifenkonzert statt. Das Mitbringen von Trillerpfeifen, Ratschen etc. und von Transparenten zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ ist ausdrücklich erwünscht.
ONE BILLION RISING wird gefördert durch die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn und durchgeführt mit der freundlichen Unterstützung von Soroptimist International Deutschland (SI) Club Paderborn. Machen Sie mit! Zeigen Sie Solidarität und kommen auch Sie am 14. Februar 2019 um 16.00 Uhr zum Rathausplatz! Setzen Sie ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen! Weitere Informationen gibt es unter www.onebillionrising.de.
Hintergrundinformationen:
In Deutschland sind nach der EU-FRA-Studie (28 Staaten, 42.000 Befragte) aus dem Jahr 2014 35 % aller Frauen mindestens einmal im Leben von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen. 22 % ist der Anteil der Frauen, die mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt durch einen aktuellen oder früheren Partner erlebt haben. 8 % aller Frauen in Deutschland wurden Opfer sexueller Gewalt. 24 % aller Frauen in Deutschland wurden Opfer von Stalking. 60 % der Frauen haben mindestens eine Form der sexuellen Belästigung erfahren.
Nach einer EU-Studie (28 Staaten, 27.818 Befragte) aus dem Jahr 2016 halten 27 % der Deutschen „Geschlechtsverkehr ohne Einwilligung“ (das bedeutet „Vergewaltigung“) in manchen Situationen für gerechtfertigt. 12 % der Befragten finden eine solche Tat demnach in Ordnung, wenn die Frau unter Alkohol- oder Drogeneinfluss stand. 11 % äußerten sich entsprechend, wenn die Frau freiwillig zu jemanden nach Hause mitgegangen ist, wie nach einer Party oder einem Date. 10 % rechtfertigen sexuelle Misshandlungen, wenn die Frau nicht genug „Nein“ gesagt oder sich zu freizügig gekleidet hat.
Nach den Angaben des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2017 waren in Deutschland 113.965 Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen, das heißt, sie wurden von ihrem Partner bedroht, gestalkt, eingesperrt, geschlagen, vergewaltigt, verbrüht, gewürgt, oder mit der Axt oder einem Messer traktiert. 147 Frauen wurden getötet.
Im Kreis Paderborn wurden im Jahr 2017 187 Anzeigen von Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und 38 Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung polizeilich registriert. 27 Fälle von exhibitionistischen Handlungen wurden verfolgt und 70 Stalkingfälle angezeigt. Im Jahr 2017 gab es 249 Anzeigen wegen Häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer wird als sehr hoch eingeschätzt.