Zusammenhalt wird besonders in Paderborn gelebt
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet mit viel Lob für Paderborn
Ein Ministerpräsident, ein Star-Tenor und zum Abschluss das Paderborn-Lied. Der Neujahrsempfang der Stadt Paderborn hatte vieles zu bieten. Vor mehr als 260 geladenen Gästen hatte Ministerpräsident Armin Laschet als Festredner im Paderborner Rathaus am Sonntagabend viel Lob für Paderborn mitgebracht. Paderborn sei als Leitkommune in der Modellregion OWL vorbildlich. Die Idee des digitalen Bürgerservices überzeuge ihn besonders, weil hier auch noch der Kontakt der Menschen ins Amt möglich sei. Paderborn überzeuge auch als dynamische Stadt, als junge Stadt mit einer hohen Lebensqualität und sei Vorbild, was das Zusammenhalt der verschiedenen Kulturen in der Stadt betreffe.
Armin Laschet ging in seiner Rede zunächst auf die 2019 anstehenden politischen Herausforderungen ein. Zwar stehe mit dem 29. März das Datum des Austritts der Briten aus der EU, doch keiner wisse, was passiere. Die Wahl zum Europäischen Parlament am 26. Mai sei nicht irgendeine Wahl, hier müsse die Frage beantwortet werden, ob NRW auch künftig im europäischen Binnenmarkt bleibe. Mit 70 Jahren Grundgesetz, 70 Jahren Bundesrepublik und 70 Jahre Integration in Europa stünden Anlässe an, die gefeiert würden.
Ausführlich widmete er sich danach den Themen Energie, Digitalisierung und Mobilität und Verkehr. Im Dezember sei die Kohleförderung eingestellt worden, das Ende der Kernenergie sei für 2022 beschossen, doch wo komme künftig die Energie her? Bei der Digitalisierung mahnte er an, die Menschen mitzunehmen und ihnen die Angst zu nehmen. Wenn der Staat bei der Digitalisierung nicht dabei sei, dann werde das Vertrauen in ihn erschüttert. Zu Maß und Mitte mahnte der Ministerpräsident bei der Diesel-Diskussion. Es sei alles zu tun, um Fahrverbote zu verhindern. Er lobte dabei ausdrücklich Paderborn für die zügige Umrüstung seiner Busse. Die Herausforderung bestehe darin, die Klimaziele zu erreichen und weiterhin Industrieland zu bleiben, so Laschet
Bürgermeister Michael Dreier hatte zuvor Paderborns Entwicklung im letzten Jahr bilanziert und einen Ausblick auf 2019 gegeben. Die Stadt habe sich sehr positiv entwickelt. Mit 6,1 Prozent habe sie die niedrige Arbeitslosenquote seit 25 Jahre. Darüber hinaus unterstrich der Bürgermeister den Facettenreichtum und das Engagement als zwei grundlegende Eigenschaften, welche die Stadt auszeichneten. Dieses Engagement, aber auch der Zusammenhalt und die Verantwortung, die die Paderbornerinnen und Paderborner ausmachten, spiegelten sich besonders am 8. April 2018 wider. „Der Tag der größten Evakuierungsaktion der Stadtgeschichte. Der Tag, an dem eine 1,5 Tonnen schwere Bombe entschärft wurde“, erläuterte Dreier. Vor allem empfinde er Dankbarkeit gegenüber allen, die in jeglicher Hinsicht an der Aktion beteiligt gewesen seien.
Anschließend würdigte er die freundschaftlichen Beziehungen zu den sechs Partnerstädten Paderborns, die durch die Feierlichkeiten zum 25jähren Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Paderborn und Przemysl im vergangen Jahr einen Höhepunkt erfahren durften. Auch in diesem Jahr kann durch das 25jährige Bestehen der Freundschaft zu der ungarischen Partnerstadt Debrecen ein Jubiläum gefeiert werden, so Dreier.
Zu den sportlichen Höhepunkten des vergangenen Jahres zählte der Bürgermeister den Aufstieg des SC Paderborn 07 in die zweite Fußball Bundesliga sowie den Aufstieg des TuS Sennelager in die erste Tennis Bundesliga. „Ein Durchmarsch, der noch keinem anderen Tennisclub gelungen ist“, ergänzte er. Beiden Vereinen gratulierte der Bürgermeister herzlich und wünschte ihnen weiterhin viel Erfolg.
Danach ging Michael Dreier auf Paderborn als Wirtschaftsstandort ein. Vor allem unterliege dieser dem Wandel, was sich nicht zuletzt an der Bekanntmachung der Schließung des Möbelhauses Finke zeige. Aber auch neue Impulse seien ausschlaggebend. Hierbei hob er das Großprojekt „Zukunftsmeile 2“ an der Fürstenallee hervor sowie die Universität als Zukunftstreiber.
„Kinder sind unsere Zukunft“, sprach der Bürgermeister weiter. „Paderborn investiert allein in den Jahren 2018 und 2019 knapp 60 Millionen Euro in zahlreiche Neubaumaßnahmen, sowie Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen von Kindergärten und Schulen“, erklärte Dreier. Dieses Geld sei sehr gut angelegt. Die Stadt biete jungen Familien Planungssicherheit bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
„Ein großes Thema, das uns noch lange in die Zukunft begleiten wird, ist die Digitalisierung“, legte er dar. Als Motor nannte er den 2017 stattgefundenen Wettbewerb der Bitkom, welcher für viel Energie gesorgt habe. In Ostwestfalen-Lippe arbeite Paderborn als Leitkommune eng mit den Partnern der Stadt Bielefeld, dem Kreis Paderborn und der Stadt Delbrück zusammen. „Ein gemeinsames Projektbüro koordiniert sämtliche Digitalisierungsbemühungen in Ostwestfalen-Lippe“, erläuterte der Bürgermeister.
Daraufhin lud Michael Dreier die Gäste zu einem gedanklichen Rundgang durch die Stadt Paderborn ein, um herausragende bauliche Zielpunkte darzulegen und zu unterstreichen. Abschließend appellierte Dreier, mit dem Elan nicht nachzulassen. "Machen Sie weiter so!
Viel Beifall bekam für die musikalische Umrahmung des Empfangs ein ganz besonderes Trio. Der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Peter Gödde glänzte am Flügel mit seinem Spiel genauso wie seine Tochter Alexa mit ihrem Gesang und an am Saxofon. Herausragend sang der mexikanische Tenor Juan del Bosco. Das Finale mit dem Paderborn-Lied war dann der stimmungsvolle Höhepunkt des Abends.