Ramadan soll zu Hause gefeiert werden
Stadt und Kreis Paderborn, Islamische Religionsgemeinschaften und der Integrationsrat reagieren gemeinsam auf die Corona-Pandemie
Mit dem Appell, den Fastenmonat Ramadan zu Hause zu feiern, wenden sich Stadt und Kreis Paderborn, die Islamischen Religionsgemeinschaften und der Integrationsrat in einer gemeinsamen Erklärung an die Muslime in Paderborn. Angesichts der Corona-Pandemie sei dies im Interesse der Gesundheit aller ein notwendiger Schritt. Wie in anderen Bundesländern wurden auch im Kreis und Stadtgebiet Paderborn bereits Freitagsgebete abgesagt.
Bürgermeister Michael Dreier, Landrat Manfred Müller, Integrationsratsvorsitzender Recep Alpan und Schura-Vorsitzender Ahmed Alhajraui appellieren an die Muslime, auch im Fastenmonat Hygieneregeln und Kontaktverbote einzuhalten. Gleichzeitig appellieren sie gemeinsam an die Moscheegemeinden, den Anweisungen der örtlichen Gesundheits- und Ordnungsämter zu befolgen.
Der muslimische Fastenmonat Ramadan hat am Donnerstag, 23. April, begonnen und steht wegen der Corona-Krise in diesem Jahr unter besonderen Vorzeichen: Die Moscheen bleiben wie die christlichen Kirchen geschlossen, weiterhin gelten feste Regeln für Abstand und Kontaktverbote. Darauf weisen die Stadt und Kreis Paderborn hin.
„Auch Christen mussten diesmal das Osterfest anders feiern als sonst, haben auf Gottesdienste und den Besuch der engsten Familie verzichtet – nun stehen Muslime vor der gleichen Herausforderung“, erklärt Bürgermeister Michael Dreier. Deshalb appellieren er und Landrat Manfred Müller, Integrationsratsvorsitzender Recep Alpan und Schura-Vorsitzender Ahmed Alhajraui an die Paderborner Muslime, sich auch im Ramadan an die Regeln zu halten.
„Auch wenn es schwer fällt, gerade im heiligen Monat die Moscheen weiter geschlossen zu halten, gehört es zu den religiösen und bürgerlichen Pflichten aller Muslime, Gesundheit und Menschenleben zu schützen. Es kommt im Moment auf uns alle an. Wir haben es selbst in der Hand, die Ansteckungszahlen zu senken und damit Leben zu retten“, betont Integrationsvorsitzernder Recep Alpan.
Landrat Müller und Bürgermeister Michael Dreier ergänzen: „Menschenansammlungen bleiben aufgrund der Ansteckungsgefahr auch im Ramadan verboten. Je schneller wir nun die Lage in den Griff bekommen, umso schneller bekommen wir unser normales Leben zurück.“
Alpan und Alhajraui bitten daher alle Muslime: „Bitte begehen Sie das Fastenbrechen in diesem Jahr alleine oder mit den in ihrem Haushalt lebenden Personen. Passen Sie bitte auf sich und andere auf und bleiben Sie gesund“.
Ausnahmslos alle Moscheen, die Vorstände und Imame sind dazu angehalten, sich an diese Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Ebenso soll die Organisation größerer Veranstaltungen und Versammlungen innerhalb der islamischen Einrichtungen möglichst vermieden werden. Die Moscheen bleiben jedoch für seelsorgerische Dienste geöffnet, die Vorstände und Imame sind für Gemeindemitglieder, Stadt und Kreis Paderborn permanent erreichbar.
Wichtig sei es zu unterstreichen, dass auch kein Unterschied bei den Religionen gemacht werde - die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Krise seien für alle Religionsgemeinschaften bindend, betonen Alpan und Alhajraui.