Freunde statt Helfer

Ausstellung im Bilderbogen zeigt Porträts von Geflüchteten und ihren Paten

© Stadt PaderbornFreunde statt Helfer

Rund 20 Fotografien zum Thema Zuwanderung und bürgerschaftliches Engagement werden seit Dienstag, 25. Februar, im Bilderbogen des Bürgermeisterflurs gezeigt. Die Ausstellung „Freunde statt Helfer. Neue Wege der Patenschaft“ mit Porträts von Kamil Hartwig ist noch bis zum 10. April in der Paderborner Stadtverwaltung zu sehen.

Die Fotografien zeigen Geflüchtete und ihre ehrenamtlichen Paten, die sie nach ihrer Ankunft in Paderborn unterstützt haben. Die Helferinnen und Helfer sind größtenteils seit Beginn der Flüchtlingswelle 2015/2016 ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe aktiv. Aus dem zunächst einseitigen Engagement haben sich mittlerweile wechselseitige Unterstützungsmodelle entwickelt, in denen die ehemals Hilfesuchenden ihren Patinnen und Paten in den unterschiedlichsten Bereichen des Lebens unter die Arme greifen. Von den engen Beziehungen und tiefen Freundschaften, die dabei entstanden sind, berichteten die Porträtierten im Rahmen der Ausstellungseröffnung.

Ob beim Deutschlernen, Beantragen von Ausweisdokumenten oder bei der Suche nach einem Job: Durch die Patinnen und Paten erhielten die Zugewanderten wertvolle Unterstützung, für die sie sich am Dienstagnachmittag mit bewegenden Worten bedankten. „Die Ausstellung macht deutlich, dass es sich lohnt, sich zu engagieren“, betonte auch Bürgermeister Michael Dreier. Sein Dank galt insbesondere den Geflüchteten, die sich durch ihr Engagement in Paderborn einbringen. „Wir wollen heute zum Ausdruck bringen, dass Sie hier alle herzlich willkommen sind“, so Dreier.

Initiiert wurde das Projekt von der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten der Stadt Paderborn. Ziel der Ausstellung sei es, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren und die Netzwerkarbeit weiter auszubauen, erläuterte Verena Kopp, Leiterin der Koordinierungsstelle. Es bestehe noch immer Bedarf an Unterstützung für Geflüchtete, weshalb die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Bereich sehr wichtig sei. „Ich freue mich, dass wir als Integrationsmodellkommune mit dieser Ausstellung einen Monat lang ein Zeichen der Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber den Engagierten und den Geflüchteten setzen dürfen“, so Kopp, die sich begeistert von den Wechselwirkungen des Patenschaftsmodells zeigte.

„Hinter jedem Bild steckt eine interessante und ganz individuelle Geschichte“, so Carina Sterzer von der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten, die anhand zweier Beispiele zeigte, wie im Rahmen des Patenschaftsmodells aus Helfern Freunde wurden. Deutlich wird dies auch in den Statements, die die Beteiligten in dem Film „Engagement macht Freu(n)de“ äußern. Er ist ebenfalls Teil des Kunstprojekts von Kamil Hartwig und in der Koordinierungsstelle für Flüchtlingsangelegenheiten erhältlich.

Die Ausstellung „Freunde statt Helfer. Neue Wege der Patenschaft“ kann montags, dienstags und mittwochs von 8 bis 16.30 Uhr, mittwochs von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12.30 Uhr kostenlos besucht werden.