Umgestaltung der Bahnunterführung Rosentor

Stadtverwaltung diskutiert Varianten in einer Werkstattveranstaltung

© Stadt PaderbornWerkstatt Bahnunterführung Rosentor, Lea Giesen

Wie die Bahnunterführung für Fußgänger und Radfahrende am Rosentor in Zukunft aussehen könnte und welche Aspekte dabei besonders berücksichtigt werden sollen, dazu tauschten sich jetzt rund 30 Personen im Rahmen einer Werkstattveranstaltung mit der Stadtverwaltung aus.
Geleitet wurde die Werkstatt von Dr. Ralf Kaulen vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Kaulen aus Aachen. Unter den Teilnehmenden waren Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Nutzer- und Anliegergruppen, Schülervertretungen der St. Michaels-Schule und des Theodorianums sowie der Politik. Ziel war es, die in den letzten Jahren zahlreich erstellten Varianten zur Gestaltung des Rosentors vorzustellen, Anforderungsschwerpunkte an eine neue Lösung zu benennen und die vorliegenden Lösungen auf dieser Grundlage zu bewerten sowie sich möglichst auf eine Variante zu verständigen, so dass man der Politik Hinweise für die weitere politische Beratung und Entscheidung mit auf den Weg geben kann.

In der Werkstatt stellte sich heraus, dass den Teilnehmenden besonders die soziale Sicherheit wichtig ist. Angsträume durch zu schmal bemessenen dunkle Unterführungen sollen vermieden werden, aber auch die Barrierefreiheit muss beachtet werden. In Zukunft soll das Rosentor für alle komfortabel nutzbar sein, für Fußgängerinnen und Fußgänger sowie Radfahrende, Menschen, die schnell voran kommen wollen und Personen, die auf Barrierefreiheit angewiesen sind. Ebenfalls ein Thema war die Neugestaltung der Straßenräume in der sich an das Rosentor anschließenden Südstadt und der Wunsch, dass eine Querungsmöglichkeit der Kilianstraße nach der Umgestaltung weiterhin möglich ist. Gewünscht ist eine großzügige, komfortable, hochwertige und breite Unterführung sowie die Beibehaltung des ebenerdigen Bahnübergangs.
Bei allen Wünschen wurde in der Werkstatt aber auch deutlich, dass es viele rechtliche und technische Bindungen zu berücksichtigen gilt, die den Gestaltungsspielraum einschränken. Dies sind zum Beispiel Feuerwehr- und Rettungsflächen, die frei und erreichbar bleiben müssen sowie Vorschriften im Bereich der Planung von Straßen, Treppen, Rampen und Aufzügen im öffentlichen Raum.

Nach einem Termin vor Ort, wo die räumliche Ausdehnung der verschiedenen Varianten noch einmal begutachtet wurde, wurde nach ausführlicher Diskussion eine der bisherigen Varianten mit großem Abstand als die beste bewertet. Allerdings bedarf es auch bei dieser Variante noch einer deutlichen Überarbeitung, die jetzt erfolgen soll. Diese Variante sieht einen wesentlich breiteren Neubau der Unterführung etwas weiter östlich der jetzigen Unterführung vor, um die leichte Steigung der Bahngleise Richtung Osten zu nutzen. Der ebenerdigen Bahnübergang soll– wenn auch reduziert – beibehalten werden. Außerdem werden auf beiden Seiten der Gleise leicht gewendelte barrierearme Rampen angelegt, aber auch Treppen, für kurze, schnelle Wege. Bei der weiteren Konkretisierung Gestaltung soll darauf geachtet werden, die Konflikte zwischen Radfahrenden und Fußgänger zu reduzieren. Nach Vorliegen der Werkstattdokumentation soll das Ergebnis der Werkstatt dem Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt vorgestellt werden.

Bereits seit den 1950er Jahren gibt es Überlegungen zur Neugestaltung des Bahnübergangs am Rosentor. Zwischenzeitlich wurde immer wieder versucht mit kleinen Maßnahmen die Situation zu bessern. 2016 wurde eine Machbarkeitsstudie zur Umgestaltung in Auftrag gegeben. Im Jahr 2017 wurde ein akustisches Signal für Blinde und sehbehinderte Menschen angeschafft, um für mehr Sicherheit zu sorgen. 2018 wurde die Umgestaltung der Unterführung in das Integrierte Stadtentwicklungskonzept mit aufgenommen. Mit dem Ergebnis aus der Werkstatt soll die Umgestaltung des Bahnübergangs jetzt weiter vorangebracht werden.