Paderborn bewirbt sich um Kulturerbe-Siegel

Pader als urbane Wasserlandschaft steht im Mittelpunkt

© Stadt PaderbornRenaturiertes Kehl-Schwarze-Gelände im Mittleren Paderquellgebiet, NZO GmbH, Paderborn

Mit der Pader als urbane Wasserlandschaft wird sich Paderborn um das Europäische Kulturerbe-Siegel im Jahr 2025 bewerben. Das beschloss der Paderborn Rat mit großer Mehrheit in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend. Gemeinsam mit der Paderborner Universität möchte die Stadt diese Bewerbung mit Deutschlands kürzestem Fluss auf den Weg bringen.

Mit der Bewerbung um das Europäische Kulturerbe-Siegel erhofft sich die Stadt die urbane Wasserlandschaft der Pader und ihrer im Herzen der Stadt sprudelnden mehr 200 Quellen als unverwechselbares Alleinstellungsmerkmal für die Paderborner Stadtentwicklung weiter zu profilieren. Die herausragenden Chancen, die die einzigartige Flusslandschaft bietet, sollen als kulturelle, stadthistorische, touristische und nicht zuletzt auch ökologische Leitlinie erhalten und weiterentwickelt werden. Die Flusslandschaft Pader kann mit Hilfe des Siegels nicht nur verstärkt für touristische Zwecke beworben werden. Um sich in der Konkurrenz der Städte gut positionieren zu können, kommt es immer stärker auf das städtische Image an. Insbesondere als weicher Standortfaktor spielt dieses Image bei der Standortwahl für Unternehmen eine immer größere Rolle, da Arbeitskräfte die geforderte Lebensqualität nur in attraktiven Städten vorfinden.

Mit der Universität Paderborn möchte die Stadt Paderborn für dieses Projekt einen Kooperationsvertrag schließen und mit 40.000 Euro im Jahr eine wissenschaftliche Stelle mitfinanzieren. Außerdem soll auf einer halben Stelle im Amt für Umweltschutz und Grünflächen dieses Thema schwerpunktmäßig bearbeitet werden. Eine Kooperation mit dem Verein Freunde der Pader e.V. ist ebenfalls vorgesehen.

Die Leitlinien zur Bewerbung um das europäische Kulturerbe-Siegel liegen in dem Zusammenspiel beachtlicher historischer Wassernutzung wie der Mühlentechnik und Wasserkünste und der ökologischen Komponente. Erst in dieser engen Zusammenschau von Ökologie und Ökonomie lässt sich eine systemische Wassergeschichte erforschen, die den modernen Standards einer universellen Umwelt- und Globalgeschichte genügt.

Das europäische Kulturerbe-Siegel wird Stätten zuerkannt, die einen bedeutenden europäischen, symbolischen Wert haben. Diese Stätten sollen die gemeinsame Geschichte Europas und den Aufbau der Europäischen Union sowie der europäischen Werte und Menschenrechte hervorheben.

Ziel des 2011 eingeführten Siegels ist das Zugehörigkeitsgefühl der europäischen Bürgerinnen und Bürger, insbesondere junger Menschen, zur Europäischen Union auf Grundlage gemeinsamer Werte und Elemente der europäischen Geschichte und des Kulturerbes zu stärken.

Durch die wissenschaftliche Begleitung und der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen der Universität und der Stadt Paderborn sollen im Zuge der Bewerbungsphase zudem interessante Projekte für die Paderborner Bevölkerung entstehen, welche zu einer stärkeren Identitätsbildung innerhalb der Stadtbevölkerung beitragen sollen.